Easyjet und der Flughafen Amsterdam-Schiphol weiten den Einsatz von Taxibot-Fahrzeugen auf den regulären Flugbetrieb aus, wie die Low-Cost-Airline mitteilte.
Nach einem ersten erfolgreichen Test im März fand am 30. April der erste Passagierflug mit der Technologie statt. Drei Airbus-A320-Neo-Flugzeuge der Airline werden nun dauerhaft mit dem System ausgerüstet.
Ein Taxibot ist ein halbautomatischer Schlepper, der Flugzeuge zwischen Gate und Startbahn bewegt, ohne dass die Triebwerke laufen müssen. Das Flugzeug nutzt dabei nur die Hilfstriebwerkseinheit (APU).
Easyjet schätzt, dass die Technologie pro Flug durchschnittlich 95 Kilogramm Treibstoff und 299 Kilogramm CO₂ einspart. Dem Flughafen zufolge könnte eine großflächige Einführung den Treibstoffverbrauch beim Rollen um bis zu 65 Prozent senken.
Einsatz auf der Polderbaan
Der Taxibot des Herstellers Smart Airport Systems kommt auf der Polderbaan-Runway zum Einsatz – der Bahn mit der längsten Rollstrecke am Flughafen. Das Fahrzeug erreicht Geschwindigkeiten von bis zu 23 Knoten (42 Kilometer pro Stunde).
Der Pilot steuert den Taxibot vom Cockpit aus; ein Mitarbeiter im Fahrzeug bringt es nach dem Auskoppeln an der Startbahn zurück zum Gate.
An dem Programm sind neben Easyjet und Schiphol auch Menzies Aviation, Airbus und SAS beteiligt. Finanziert wird das Projekt über das EU-Forschungsprogramm Sesar.
Drei weitere elektrische Taxibots sollen noch in diesem Jahr geliefert werden. Schiphol plant die Ausweitung auf weitere Flugzeugtypen: Für Embraer-Maschinen von KLM Cityhopper läuft die Zertifizierung, Transavia soll mit ihrer Boeing-737-Flotte folgen.