Die staatlich gestützte saudische Fluggesellschaft Riyadh Air hat ihren ersten öffentlichen Flug nach London-Heathrow mit einer Boeing 787-9 durchgeführt. Die Premiere fällt in eine Zeit, in der kriegsbedingte Störungen im Nahen Osten und gestiegene Kerosinpreise die globale Luftfahrt belasten.
CEO Tony Douglas relativierte die Auswirkungen: Die kleinere Flotte von Riyadh Air biete eine gewisse Abpufferung gegenüber der Krise. "Ich bin froh, dass ich jetzt keine Flotte von 200 Flugzeugen habe – das wäre eine etwas andere Herausforderung", sagte er.
Riyadh Air war bislang von direkten Störungen verschont geblieben. Das Ausbleiben von Flughafenschließungen in der saudischen Hauptstadt habe die Nachfrage gestützt, sagte Douglas.
Einige Reisende betrachteten Riad als stabileres Drehkreuz. "Vielleicht hat sich bei manchen die Ansicht durchgesetzt, dass es ein sicherer Ein- und Ausstiegspunkt ist", sagte er. Bis Ende Juli soll die Flotte auf acht Maschinen wachsen; bis März 2027 will die Airline 22 Städte anfliegen.
Ambitionierte Bestellungen und Wachstumspläne
Riyadh Air wurde 2023 gegründet und ist nach Saudia die zweite nationale Fluggesellschaft Saudi-Arabiens. Sie gehört dem staatlichen Investmentfonds des Landes. Mit bis zu 72 Boeing 787, bis zu 60 Airbus A321 Neo und 50 Airbus A350 in der Orderliste bezeichnet Douglas die Airline als "das größte globale Luftfahrt-Startup der Neuzeit".
Bis 2030 will Riyadh Air mehr als 100 Ziele anfliegen. Bislang angekündigte Routen führen nach Kairo, Dubai, Dschidda, Madrid und Manchester; Verbindungen nach Indien sollen folgen.
Junge saudische Bevölkerung als Kernzielgruppe
Die primäre Nachfrage komme aus der saudischen Bevölkerung selbst, sagte Douglas. Die Kabinenausstattung und der digitale Auftritt der Airline seien gezielt auf die große Zahl der unter 30-Jährigen im Land ausgerichtet.
Die frühen Ticketverkäufe seien ermutigend, konkrete Zahlen nannte Douglas jedoch nicht. Douglas leitete Etihad Airways von 2018 bis 2022 und gilt als erfahrener Branchenmanager.