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Polizei schnappt falschen Fluglotsen in Berlin

Über Monate soll ein "falscher" Fluglotse Funksprüche mit Fluganweisungen in den Himmel über der Hauptstadt geschickt haben. Jetzt wurde er auf frischer Tat ertappt. Der Kontakt mit einem Polizeihubschrauber verriet ihn.

Auf dem Dach des Funktionsgeb © dpa / Patrick Pleul

Ein falscher Fluglotse aus Berlin soll über Monate per Funk realitätsnahe Anweisungen an Piloten von Flugzeugen und Hubschraubern gegeben und so den Luftverkehr gefährdet haben. Die Fluganweisungen sollen im vergangenen halben Jahr "immer professioneller" gewirkt haben, wie die Polizei am Freitag mitteilte. Sie hätten so "gefährliche Flugmanöver" auslösen können.

Die Polizei fasste den 32-jährigen Verdächtigen in der Nacht zum Freitag in der Lindenstraße in Berlin-Köpenick auf frischer Tat und nahm ihn fest. Die Entfernung von dort zum Berliner Flughafen beträgt etwas mehr als zehn Kilometer.

Der Verdächtige sei mit Hilfe des Prüf- und Messdienstes der Bundesnetzagentur ermittelt worden, teilte ein Sprecher mit. Damit sei der illegale Flugfunkverkehr beendet worden.

Laut Mitteilung soll der 32-Jährige mehrfach Funkkontakt zu Passagier- und Transportflugzeugen sowie Hubschraubern der Bundes- und Landespolizei im Berliner Raum aufgenommen haben. Er soll die Piloten zu Richtungsänderungen aufgefordert haben.

Serie von Einsätzen

Bei einem Funkkontakt zu einem Polizeihubschrauber in der Nacht zum Freitag ermittelten dann Spezialisten der Bundespolizei und der Bundesnetzagentur den Aufenthalt des Mannes.

Bei dem Verdächtigen wurden zwei Funkgeräte gefunden, die die entsprechenden Frequenzen aufwiesen. Die Geräte wurden als Beweise beschlagnahmt. Die Polizei twitterte die Mitteilung mit dem Hinweis: "Für alle, die uns in letzter Zeit nach Einsätzen unseres Polizeihubschraubers in Köpenick fragten. Eine nicht alltägliche Festnahme." Ermittelt wird wegen des dringenden Verdachts des mehrfachen gefährlichen Eingriffs in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr.

Der Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur hat im Jahr 2020 laut Mitteilung bundesweit mehr als 3500 Funkstörungen und elektromagnetische Unverträglichkeiten ermittelt und beseitigt. Jede vierte Störung betraf demnach einen sicherheits- oder systemrelevanten Funkdienst, so etwa von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, den Flugfunk und öffentliche Mobilfunknetze.

Von: dk, dpa

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