Die Chefin der US-amerikanischen Unfalluntersuchungsbehörde NTSB, Jennifer Homendy, hat den Kongress aufgefordert, einen seit Monaten andauernden Streit über Luftfahrtsicherheitsreformen beizulegen und dringend notwendige Maßnahmen zu verabschieden.
Die NTSB habe "einen klaren Fahrplan zur Verbesserung der Luftfahrtsicherheit vorgelegt. Jetzt ist Zeit für Maßnahmen, die vor Monaten versprochen wurden", sagte Homendy.
Hintergrund ist eine Kollision zwischen einem American-Airlines-Regionaljet und einem US-Armeehubschrauber im Januar 2025 nahe Washington, die 67 Menschen das Leben kostete.
Die NTSB stellte fest, die FAA habe es versäumt, Hubschrauber vom Flugkorridor fernzuhalten und auf frühere Sicherheitsempfehlungen zu reagieren – systemische Versäumnisse der Behörde seien ursächlich gewesen.
Kongress ringt um Einigung
Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete im April mit 396 zu 10 Stimmen ein umfassendes Sicherheitsreformgesetz, das Dutzende NTSB-Empfehlungen aufgreift. Ein Gegenentwurf, der sogenannte Rotor Act, passierte den Senat einstimmig, scheiterte im Repräsentantenhaus jedoch knapp an der erforderlichen Zweidrittelmehrheit für das beschleunigte Verfahren. Verhandlungen zwischen beiden Kammern dauern an.
Das Repräsentantenhaus-Gesetz schreibt unter anderem vor, Kollisionswarntechnologie bis 2031 auf allen Militärflugzeugen – mit Ausnahme von Kampfjets, Bombern und Drohnen – zu installieren sowie entsprechende Systeme auch für Zivilflugzeuge und Hubschrauber vorzuschreiben.
Die NTSB erklärte, ADS-B hätte die Kollision von 2025 verhindern können. FAA-Chef Bryan Bedford sagte, die Behörde könne bei ADS-B auch ohne Kongress-Mandat voranschreiten, bevorzuge jedoch eine gesetzliche Grundlage.