Die Auswirkungen der Luftwaffenübung "Air Defender 2023" auf den zivilen Flugverkehr hat sich am ersten Tag aus Sicht der Luftverkehrsbranche "noch im Rahmen gehalten".
Lediglich Hamburg sei "in besonderem Maße" betroffen gewesen, bilanzierte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverband BDL, Matthias von Randow, am Montagabend.
Er betonte aber auch, dass es am Anlauftag der Großübung "vergleichsweise noch geringen militärischen Flugbetrieb" gegeben habe.
"Wir gehen davon aus, dass an den folgenden Tagen die Beeinträchtigungen des zivilen Luftverkehrs aber zunehmen werden, insbesondere mit Verspätungen in den Abendstunden", erklärte von Randow.
Die Übung mit 250 Flugzeugen und fast 10.000 Soldaten aus 25 Ländern von Nato-Streitkräften und Verbündeten hatte am Montag begonnen. "Air Defender 2023" dauert noch bis zum 23. Juni.
Auch Tag zwei läuft recht ruhig
Der Flugbetrieb an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main lief auch am zweiten Tag "insgesamt stabil", sagte eine Sprecherin der Betreibergesellschaft Fraport. Von rund 1280 geplanten Flugbewegungen sei am Dienstag eine zweistellige Zahl von Flügen von Verspätungen oder Annullierungen betroffen.
Am Flughafen Berlin-Brandenburg sorgte die Luftwaffenübung für einen Start und eine Landung außerhalb der gewöhnlichen Betriebszeiten. Das teilte der Flughafen am Dienstag auf Anfrage mit.
Eigentlich sind am BER reguläre Linienflüge in der Kernnachtzeit von 0:00 bis 5:00 Uhr ausgeschlossen, von 23:30 bis 24:00 Uhr und von 5:00 bis 5:30 Uhr dürfen grundsätzlich keine planmäßigen Flüge stattfinden. In der Nacht zum Dienstag habe es einen Start um 23:32 Uhr und eine Landung um 0:12 Uhr gegeben.