Lufthansa weitet ihr Angebot nach Sylt wieder aus. Wie das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet, fliegt der Konzern seit dieser Woche wieder sechs Mal pro Woche von München nach Westerland.
Im April hatte Lufthansa nach dem abrupten Stopp der Regionaltochter Cityline rund 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen und dabei auch das Angebot auf die Nordseeinsel deutlich ausgedünnt.
"Seit dieser Woche fliegen wir wieder das geplante Angebot von sechs Flügen in der Woche aus München nach Sylt", bestätigte ein Konzernsprecher dem Magazin.
In der Hochsaison im Juli und August soll das Angebot mit einem zusätzlichen Flug pro Woche weiter aufgestockt werden. Zugleich setzt Lufthansa nun eine Airbus A319 statt der kleineren Embraer ein. "Dadurch steigt die Kapazität auf den Flügen um etwa 30 Prozent im Monat", teilte der Konzern mit.
Tourismusbetriebe hatten Alarm geschlagen
Sylter Tourismusbetriebe hatten sich zuvor über die schlechten Verbindungen beschwert. Herbert Seckler, Wirt des Promi-Restaurants Sansibar, sagte gegenüber "Focus", die gestrichenen Flüge aus München schadeten der Insel.
Der frühere Air-Berlin-Gründer Joachim Hunold habe stets betont: "Ein Urlaubsort ist immer nur so gut wie seine Erreichbarkeit." Gäste aus dem Süden wichen auf andere Reiseziele aus. In seinem Restaurant sei es zwar nach wie vor gut besucht, insgesamt sei die schlechte Erreichbarkeit der Insel aber ein Problem. "Wir werden hier im hohen Norden im Stich gelassen", klagte Seckler — "auch von der Bahn."
Auch die Deutsche Bahn hat Direktverbindungen nach Sylt derzeit nicht im Programm – Züge wie der frühere Direktzug aus Frankfurt sind aktuell nicht buchbar. "Für Familien mit kleinen Kindern ist das ein "K.o."-Kriterium", kritisierte Seckler. Erst ab dem 11. Juli soll der Sylt-ICE wieder nonstop auf die Insel rollen.