Im Winterflugplan 2026/2027 bietet Lufthansa Cargo 88 Frachterverbindungen an, die 40 Ziele weltweit ansteuern, teilte die Fluggesellschaft mit. In Mumbai verlagert sie den Frachterbetrieb auf den neuen Navi Mumbai International Airport. In Europa übernehmen vorerst teilweise Großraumflugzeuge Strecken des ehemaligen A321F-Netzes.
Die Europaflüge der A321-Frachter entfallen bis auf Weiteres. Dem Vernehmen nach wird die Lufthansa-Tochter auf Strecken, die im A321F-Netzwerk gut liefen, vorerst teilweise mit Großraumflugzeugen bedienen. Die übrigen A321F-Ziele werden in der Zwischenzeit über das Passagiernetz der Lufthansa Group bedienen.
Im Europaverkehr fliegt Lufthansa Cargo im Winter mit der Boeing-777F-Flotte bis zu drei Rotationen pro Woche. Angesteuert werden drei Ziele ab Frankfurt, und zwar Larnaca, Istanbul und Stavanger.
Die vier A321-Frachter hatte bis April Lufthansa Cityline im Auftrag von Lufthansa Cargo betrieben. Der Konzern stellte den Flugbetrieb der Regionalairline Mitte April mit sofortiger Wirkung ein, wegen anhaltender Streiks von Vereinigung Cockpit und Ufo und stark gestiegener Kerosinkosten infolge des Iran-Kriegs. Ursprünglich hatte Lufthansa die defizitäre Airline bis 2028 schrittweise abwickeln wollen. Konzernchef Carsten Spohr sagte Anfang Mai, die Suche nach einem Ersatzbetreiber habe keine oberste Priorität. Die Mittelstreckenfrachter hätten nicht die profitabelsten Routen bedient.
Wechsel in Indien
In Mumbai wechselt Lufthansa Cargo vom Chhatrapati Shivaji Maharaj International Airport auf den Navi Mumbai International Airport. Den Wechsel begründet die Airline mit der Modernisierung der Infrastruktur am bisherigen Flughafen. Sie erlaube den Ausbau des Flughafens und damit mehr Kapazität und Effizienz. Der neue Flughafen befindet sich rund 30 Kilometer östlich des bisherigen und hatte 2025 den Inlandsflugbetrieb aufgenommen.
"Indien ist einer der strategisch wichtigen Wachstumsmärkte für Lufthansa Cargo", sagte Vorstandsvorsitzender Ashwin Bhat. Nach eigenen Angaben will die Airline damit die Anbindung wichtiger Industrie- und Produktionszentren der Region an internationale Märkte erhalten. Zusätzlich bindet Swiss World Cargo Bangalore an Zürich an. Für Kunden in Südindien kommen damit ein weiterer europäischer Hub und zusätzliche Routen hinzu.
Mehr Frequenzen und neue Ziele im Netz
In Asien-Pazifik umfasst das Programm bis zu 46 Frachterumläufe pro Woche zu 17 Zielen. Neu darunter ist Singapur, das zusätzlich an den bestehenden Umlauf zwischen Frankfurt und Taipeh angebunden wird. Kunden können damit auch innerhalb Asiens Maindeck-Kapazität nutzen.
Fortgeführt werden die Aufstockungen aus dem Sommerflugplan. Auf der transpazifischen Verbindung ab Frankfurt via Ho-Chi-Minh-Stadt und Shanghai nach Los Angeles läuft sie mit zwei Frequenzen pro Woche weiter. Nach Taipeh und Chengdu laufen die zusätzlichen Frequenzen ab Frankfurt mit jeweils drei pro Woche weiter. Außerdem lässt sich Fracht wieder zwischen Almaty und Frankfurt transportieren.
Das Amerika-Netz bleibt mit vier Zielen in Südamerika und elf in Nordamerika unverändert. Für Südamerika sind wöchentlich vier Verbindungen vorgesehen. Saisonal verstärkt die Airline drei nordamerikanische Ziele um je einen zusätzlichen Dienst. Dallas/Fort Worth kommt damit auf vier Verbindungen pro Woche, Houston auf drei und New York auf fünf.
Auch im Konzernnetz kommen Ziele für Frachtkunden hinzu. Lufthansa Airlines steuert Kuala Lumpur künftig mit fünf Flügen pro Woche an. Die Stadt gehört damit neu zum Belly-Netz. Ita Airways ergänzt ihr Langstreckenprogramm ab November um Santo Domingo und fliegt die Stadt zwei Mal wöchentlich an.
