Wer Logistikzentren an Flughäfen anschaut, der könnte denken, dass die Zeit stehen geblieben ist. Das Frachthandling geschieht im Wesentlichen manuell. Es gibt Faxe, Nadeldrucker und selbst Rohrpost kommt noch zum Einsatz. Wissen ist oft nur auf Papier und in den Köpfen der Beschäftigten gespeichert. Das soll sich nun ändern. Teil 2 der airliners.de-Serie "Luftfracht-Digitalisierung" beschäftigt sich mit den Möglichkeiten für einen höheren Automatisierungsgrad.
Die stark variierende Beschaffenheit der Ware sowie die verschiedenen luftfrachtspezifischen Anforderungen beim Zusammenstellen der Verlade-Devices bedingen eine große Vielfalt an Prozessvarianten und erklären den bislang sehr niedrigen Automatisierungsgrad im Bereich des Luftfrachthandlings (siehe Teil 1).
Nun gilt das Argument der Komplexität ebenfalls für die Paketzentren, Containerhäfen und andere modernisierte Logistikzentren dieser Welt – allerdings konnte ebendieser Komplexität gezielt durch Standardisierung der Abläufe und den Einsatz geeigneter Technologien begegnet werden.
Damit Luftfracht-Stakeholder faktenbasiert auf der Automatisierungswelle "mitsurfen" können, fließen in das Testfeld für autonomes Luftfrachtlagerhandling des bereits im ersten Teil genannten Forschungsprojekts DTAC neun konkrete, detaillierte Analysebausteine ein. Diese umfassen die Untersuchung von historischen Frachtdaten, Hallenlayouts, Prozessen, Live-Abläufen, Wertschöpfung, Literatur, Anbieter und Systeme, Use Cases und Anforderungen an geeignete Systeme.
Die Durchführung der Analysen wurde beziehungsweise wird wissenschaftlich geleitet vom Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) (Abteilung Luftverkehrslogistik) und von der Frankfurt University of Applied Sciences (Fachbereich 3: Wirtschaft und Recht, Institute for Aviation & Tourism – IAT).
Im Folgenden werden ausgewählte Rahmenbedingungen und Erkenntnisse der Analysebausteine dargestellt:
