Mehrere Kommunikationsfehler und das Fehlen geeigneter Ausrüstung haben den tödlichen Unfall am New Yorker Flughafen LaGuardia vom 22. März verursacht. Das geht aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht der US-Verkehrssicherheitsbehörde NTSB hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Einer der gravierendsten Fehler bestand demnach darin, dass die Fluglotsen der Besatzung eines Feuerwehrfahrzeugs die Freigabe erteilten, die Startbahn zu kreuzen, während ein Flugzeug im Anflug war.
Auf dem Flughafen LaGuardia hatte kurz vor Mitternacht die CRJ-900 des regionalen Air-Canada-Partners Jazz Aviation auf der Landebahn ein Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr gerammt. Die beiden kanadischen Piloten kamen dabei ums Leben. 39 der 76 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden in Krankenhäuser gebracht, darunter sechs mit schweren Verletzungen.
Zu späte Warnung, kein Ausweichen mehr möglich
Ein Fluglotse hatte den Fehler wenige Sekunden später bemerkt und die Besatzung des Feuerwehrfahrzeugs angewiesen: „Stop, stop, stop." Der NTSB-Untersuchungsbericht stellte jedoch fest, dass einer der beiden Insassen des Fahrzeugs „nicht wusste, an wen diese Anweisung gerichtet war." Anschließend habe er gehört: „Truck eins, stop, stop, stop", und erkannt, dass die Aufforderung ihnen galt. Zu diesem Zeitpunkt sei das Fahrzeug jedoch bereits auf die Startbahn gefahren.
Die NTSB stellte zudem fest, dass die roten Landebahn-Einfahrtslichter – die anzeigen, wenn ein Überqueren der Startbahn nicht sicher ist – bis etwa drei Sekunden vor dem Unfall eingeschaltet waren. Das System sei so ausgelegt, dass die Lichter zwei bis drei Sekunden vor Erreichen jeder Kreuzung erlöschen. Die CRJ-900 setzte rund zwei Sekunden vor dem Zusammenstoß auf und war zum Zeitpunkt des Aufpralls mit etwa 167 Stundenkilometern unterwegs.
Fehlender Transponder als bekannte Sicherheitslücke
Ein weiterer Faktor bei dem Unfall sei das Fehlen eines Transponders in dem Feuerwehrfahrzeug gewesen. Ein an Bord befindlicher Transponder hätte die Fluglotsen automatisch darauf aufmerksam gemacht, dass sich das Flugzeug und das Fahrzeug möglicherweise auf Kollisionskurs befanden. Auch das Bodenüberwachungssystem des Flughafens habe keinen Alarm ausgelöst, da es die Flugspur des Flugzeugs nicht mit dem Weg des Feuerwehrfahrzeugs korrelieren konnte. Die US-Luftfahrtbehörde FAA empfiehlt Flughäfen seit längerem, Feuerwehrfahrzeuge mit Transpondern auszurüsten, um deren Bewegungen auf belebten Flughäfen besser verfolgen zu können.
Der für den Air-Canada-Flug zuständige Towerlotse hatte laut NTSB rund 18 Jahre Erfahrung; der ebenfalls verantwortliche Bodenlotse, der gleichzeitig als verantwortlicher Lotse im Dienst fungierte und rollende Flugzeuge kontrollierte, rund 19 Jahre.
Die vollständige Untersuchung der NTSB läuft noch, ein abschließender Bericht steht noch aus. Die Untersuchung kann bis zu ein Jahr dauern.