Kraftstoffschalter unter der Lupe: Indien reist zu Boeing-Tests nach Seattle, © AirTeamImages.com
Fuel Cutoff Switches in der Boeing 787. : Die Aufnahme zeigt einen Nahblick auf die Schubhebel und Treibstoffabschalthebel im Cockpit einer Boeing 787. Zu sehen sind Kontrollschalter, Hebel und Displays mit Navigations- und Flugzeuginformationen, alles in helleren Grau- und Schwarztönen gehalten. Die atmosphärische Beleuchtung und technische Details vermitteln einen realistischen Eindruck moderner Flugzeugtechnik. © AirTeamImages.com
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2025\/07\/purchased-1-QUfKFj__wide__824?v=1752469374","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 AirTeamImages.com"},"caption":"Fuel Cutoff Switches in der Boeing 787.: Die Aufnahme zeigt einen Nahblick auf die Schubhebel und Treibstoffabschalthebel im Cockpit einer Boeing 787. Zu sehen sind Kontrollschalter, Hebel und Displays mit Navigations- und Flugzeuginformationen, alles in helleren Grau- und Schwarzt\u00f6nen gehalten. Die atmosph\u00e4rische Beleuchtung und technische Details vermitteln einen realistischen Eindruck moderner Flugzeugtechnik."}

Indische Luftfahrtbehörden planen nach „Reuters"-Informationen eine Reise nach Seattle, um Boeing-Tests an einem Kraftstoffschalter-Panel zu beobachten, das im Februar von einer Boeing 787 der Air India entfernt worden war. Piloten hatten das Bauteil auf einem Flug von London nach Bengaluru als möglicherweise defekt gemeldet. Das zuständige Generaldirektorat der Zivilluftfahrt (DGCA) bezeichnete die Angelegenheit als „heikel".

Die Tests werfen erneut ein Schlaglicht auf die sogenannten Fuel-Cutoff-Switches der Boeing 787, die den Treibstofffluss zu den Triebwerken regulieren. Dieser Schaltertyp war in den Fokus gerückt, nachdem der Voruntersuchungsbericht zum Absturz einer Air-India-Boeing-787 im vergangenen Juni in Gujarat – bei dem insgesamt 260 Menschen ums Leben kamen – ergeben hatte, dass die Schalter nahezu gleichzeitig in die Aus-Stellung gebracht worden waren und den Triebwerken damit den Treibstoff entzogen.

Vorfall in London als Auslöser

Beim Vorfall im Februar hatte die Besatzung beim Triebwerksstart bemerkt, dass die Kraftstoffschalter bei leichtem vertikalem Druck nicht stabil in der „Run"-Position blieben – beim ersten und zweiten Versuch verließen sie die Position, beim dritten Versuch waren sie stabil. Anschließend hob die Maschine ab. Britische Behörden verlangten daraufhin Aufklärung von Air India, warum die Maschine trotz des gemeldeten Defekts abgehoben war.

Boeing teilte Air India intern daraufhin mit, das Modul sei als „serviceable" eingestuft worden. Das DGCA erklärte öffentlich, die Schalter hätten die Überprüfungen bestanden.

Die britische Zivilluftfahrtbehörde (UK Civil Aviation Authority, UK CAA) erklärte, sie beobachte die Einhaltung der Verfahren durch Air India genau.

"Wir setzen unsere Prüfung im Rahmen unseres laufenden Regulierungsverfahrens gemäß den Drittlandbetreiber-Vorschriften fort", teilte die Behörde mit. "Die UK Civil Aviation Authority überwacht die Einhaltung ihrer Verfahren durch Air India genau."

Modul zur Analyse nach Seattle geschickt

Dennoch wurde das Modul zur weiteren Analyse in eine Boeing-Einrichtung in Seattle geschickt. In einer am 9. März verfassten E-Mail wies DGCA-Vizedirektor Manish Kumar Air India an, sicherzustellen, dass die Prüfung in Anwesenheit eines DGCA-Beamten durchgeführt wird. Warum die Behörde die Angelegenheit als „heikel" einstufe, ließ die E-Mail offen.

Air India erklärte, das Modul sei von Boeing und dem DGCA als „voll funktionsfähig" bestätigt worden. Die Entscheidung zur weiteren Prüfung solle eine „gründliche und schlüssige Bewertung" als Vorsichtsmaßnahme sicherstellen. Die Zusatztests umfassten die Untersuchung in einer kontrollierten Laborumgebung. Air India steht mehrheitlich im Eigentum der Tata Group und Singapore Airlines.

Abschlussbericht der Unfallbehörde steht bevor

Die Tests in Seattle sind für Juni geplant – rund um den Jahrestag des Absturzes. Zwei DGCA-Beamte sollen daran teilnehmen, die Reisekosten trägt Air India. Die indische Seite wolle unter anderem prüfen, ob äußerer Druck aus einem bestimmten Winkel die Schalter-Verriegelung lösen könne, erklärte ein mit der Angelegenheit vertrauter indischer Regierungsbeamter. Indien wolle „gründlich vorgehen", sagte der Beamte, der anonym bleiben wollte.

Die FAA (Federal Aviation Administration) hatte erklärt, der Absturz scheine keine mechanische Ursache zu haben. „Reuters" hatte im vergangenen Jahr unter Berufung auf eine mit der Einschätzung amerikanischer Behörden vertraute Quelle berichtet, aufgezeichnete Cockpit-Dialoge legten nahe, dass der Kapitän den Treibstofffluss zu den Triebwerken gekappt habe, während der Copilot das Flugzeug flog. Eine indische Pilotengewerkschaft und der Vater des Kapitäns wiesen das zurück und forderten eine unabhängige Untersuchung weiterer Ursachen.

Der Abschlussbericht der indischen Flugunfalluntersuchungsbehörde (Aircraft Accident Investigation Bureau, AAIB) ist für nächsten Monat fällig; sollte dieser Termin nicht einzuhalten sein, ist ein Zwischenbericht erforderlich. Boeing hatte nach dem Londoner Vorfall im Februar nach eigenen Angaben ein Service-Bulletin an alle 787-Betreiber herausgegeben, das auf bestehende Verfahren hinweist, ohne neue Vorgaben zu machen.

airliners+ Magazin

Jede Woche neue Impulse: Das digitale Wochenmagazin für die Luftverkehrswirtschaft. Ausgabe herunterladen und lesen
airliners+ Magazin 19/2026 Ausgabe herunterladen
und lesen
Titelbild: airliners+ Magazin 19/2026
Ronald Wild, © Ronald Wild
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/ronaldwild-1-833kEj__square__360?v=1778665910","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 Ronald Wild"},"caption":"Ronald Wild"}

"Die 100-Jahre-Lufthansa-Sonderlackierung war ein Herzensprojekt"

Interview Anlässlich des 100-jährigen Lufthansa Jubiläums zieren derzeit ganz besondere Flugzeuge in blauer Sonderlackierung die Flotte der deutschen Airline. Ronald Wild, Designer bei der Lufthansa, erklärt im Interview mit airliners.de, wie das Jubiläumsdesign entstand, wieso die A380 die größte gestalterische Herausforderung war – und warum das Corporate Design einer Airline Geduld erfordert.

7 min
Ausgabe lesen
Der Himmel ist am frühen Morgen über dem Industriepark Höchst eingefärbt. Erdöl, Kerosin, Betankung., © DPA/Andreas Arnold
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/5fb95600419e63cd-yYV5td__square__242?v=1778661195","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 DPA\/ Andreas Arnold"},"caption":"Der Himmel ist am fr\u00fchen Morgen \u00fcber dem Industriepark H\u00f6chst eingef\u00e4rbt. Erd\u00f6l, Kerosin, Betankung."}
Standpunkte

Kerosin unter Druck: Ein Weckruf für den SAF-Markthochlauf

Interview Bratislava, © airliners.de/KI
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/gemini-generated-image-ypeyaypeyaypeyay-rcs1vQ__square__242?v=1778664956","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 airliners.de\/ KI"},"caption":"Interview Bratislava"}
Eingemottete A330 der American Airlines in Roswell., © AirTeamImages.com/Ryan Patterson
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2026\/05\/purchased-bJ5tYL__square__242?v=1778625748","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 AirTeamImages.com\/ Ryan Patterson"},"caption":"Eingemottete A330 der American Airlines in Roswell."}
Schiene, Straße, Luft (120)

(Air-) Bus-Ersatzverkehr aus der Wüste

Friedrich Merz, © dts Nachrichtenagentur
{"@context":"https:\/\/schema.org","@type":"ImageObject","url":"https:\/\/images.airliners.de\/2025\/04\/dts-photo64228-dWk2F4__square__242?v=1744381775","copyrightHolder":{"@type":"Person","name":"\u00a9 dts Nachrichtenagentur"},"caption":"Friedrich Merz"}
Gedankenflüge

Strategie-Gedanken

Interessante Einträge aus dem airliners.de-Firmenfinder

TRAINICO GmbH

Kompetenz & Leidenschaft für die Luftfahrt

Zum Firmenprofil

ch-aviation GmbH

Accurate data and news on the airline industry.

Zum Firmenprofil

IU International University of Applied Sciences

WIR SIND DIE IU!

Zum Firmenprofil

RBF-Originals.de

Ihr Spezialist für "Remove Before Flight"-Anhänger

Zum Firmenprofil

Wildau Institute of Technology e. V. (WIT)

Berufsbegleitender Aviation-Master und Weiterbildungsformate

Zum Firmenprofil

Hamburg Aviation

Für die Luftfahrt in der Metropolregion Hamburg.

Zum Firmenprofil

Hochschule Worms

Wissen, worauf es ankommt!

Zum Firmenprofil

HiSERV GmbH

We make GSE simple and smart.

Zum Firmenprofil

TEMPTON Personaldienstleistungen GmbH

Fachbereich Aviation

Zum Firmenprofil

STI Security Training International GmbH

Wir trainieren Ihre Sicherheit.

Zum Firmenprofil

GAS German Aviation Service GmbH

Deutschlands größtes FBO & Handling Netzwerk

Zum Firmenprofil

AHS Aviation Handling Services GmbH

The perfect team for every stop

Zum Firmenprofil