Die japanische Regierung hat die Ausreisesteuer am Mittwoch auf umgerechnet rund 18 Euro pro Person verdreifacht. Mit den Mehreinnahmen sollen die Folgen des massiven Touristenansturms bekämpft werden. Geplant sind unter anderem ausgewiesene Bereiche an beliebten Fotospots sowie regionale Tourismusinitiativen, die Besucher von stark frequentierten Gebieten weglenken sollen.
Die Ausreisesteuer wird beim Kauf von Reisetickets erhoben und gilt unabhängig von der Nationalität des Passagiers. Ausgenommen sind Reisende, die Japan innerhalb von 24 Stunden durchqueren, sowie Kinder unter zwei Jahren. Passagiere, die ihre Tickets vor dem Stichtag erworben haben, zahlten noch den bisherigen Satz von 1000 Yen (rund 5,40 Euro).
Gleichzeitig steigen die Gebühren für Einreisevisa deutlich: Für ein Einmal-Visum werden künftig 15.000 Yen (rund 81 Euro) fällig, für ein Mehrfach-Visum 30.000 Yen – jeweils das Fünffache des bisherigen Satzes.
Es ist die erste Erhöhung der Visa-Gebühren seit 1978. Der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi erklärte, die Anhebung spiegele die Inflation und die Abwertung des Yen wider. Zeitgleich senkte Tokio die Passgebühren für japanische Staatsbürger, um die höhere Ausreisesteuer teilweise abzufedern.
Für die meisten deutschen Urlauber ändert sich durch die höheren Visa-Gebühren vorerst nichts, da deutsche Staatsangehörige für Aufenthalte bis zu 90 Tagen visumsfrei nach Japan einreisen können.