Der Kabinenzulieferer Jamco Interiors plant, seine Engineering-, Fertigungs- und Lieferkettenkapazitäten innerhalb der nächsten fünf Jahre um das 2,5-Fache zu erweitern. Indien kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, wie CEO Kate Schaefer mitteilte.
In Indien will das Unternehmen 150 Millionen US-Dollar (rund 136 Millionen Euro) investieren und die Mitarbeiterzahl im Land bis 2031 von derzeit etwa 100 auf 600 versechsfachen.
Das in Tokio ansässige Unternehmen, das unter anderem Premiumkabinen für Boeing- und Airbus-Großraumflugzeuge herstellt, hat in Bengaluru bereits ein Engineering-Zentrum aufgebaut. Dieses soll zu einem vollwertigen Designstandort ausgebaut werden, der Projekte von der ersten Konzeptphase bis zur Auslieferung eigenständig betreut.
Gleichzeitig prüft Jamco indische Zulieferer als Alternative zu seinen bisherigen japanischen Lieferanten, die zunehmend unter Druck stehen.
Business-Class-Sitze als kritischer Engpass
Jamco steigt nach einer Auszeit seit 2023 wieder in das Segment Business-Class-Sitze ein – in einem Markt mit erheblichem Lieferengpass. "Die zwei großen Anbieter für Business-Class-Sitze sind bis in die frühen 2030er Jahre ausverkauft. Wenn eine Airline in zwei Jahren Sitze braucht, hat sie niemanden, an den sie sich wenden kann", sagte Schaefer.
Das Unternehmen fertigt als Alleinlieferant Bordtoiletten für die Boeing 787 und überträgt die vollständige Designverantwortung für 787-Bordküchen und -Toiletten an seine indische Einheit.
Die Lieferknappheit bei hochwertigen Kabinenkomponenten, kombiniert mit Verzögerungen bei den Flugzeugherstellern, treibt die Nachfrage nach Kabinenumrüstungen in die Höhe, da Airlines ältere Flugzeuge länger im Einsatz halten.
Ein wesentlicher Teil von Jamcos Designteam für dieses Geschäftsfeld soll ebenfalls in Indien angesiedelt werden. Jamco wurde im vergangenen Jahr vom Finanzinvestor Bain Capital von der Börse genommen.