Im airliners.de-Interview spricht Sebastian Wolf von Rosenbauer über die Herausforderungen und Innovationen bei Flughafen-Löschfahrzeugen und erläutert die Anforderungen an die Performance, Sicherheit und Ergonomie der Fahrzeuge am Beispiel des Panther-Modells. Thema ist auch die Rolle der E-Mobilität und zukünftige Entwicklungen in der Feuerwehrtechnologie. Zudem wird ein Blick auf die Marktstrategien und finanziellen Ziele von Rosenbauer geworfen.
airliners.de: Die Anforderungen an die Flughafenfeuerwehren sind besonders hoch, wie dass die Feuerwehr in drei Minuten am Brandherd sein muss. Was ist die größte Herausforderung für sie bei einem Flughafen-Löschfahrzeug?
Sebastian Wolf: Im Wesentlichen geht es um die Performance des Fahrzeugs, die Sicherheit und die Ergonomie. Das haben wir mit dem Panther gut gelöst. Ein Beispiel: durch einen sehr niedrigen Schwerpunkt des Fahrgestells schafft er einen Kippwinkel von 30 Grad, eine wirklich hohe Anforderung. Außerdem hat die Kabine des Panthers einen Crashtest bestanden. So ist auch die passive Sicherheit der Mannschaft bestmöglich gewährleistet.
Was bedeutet der Kippwinkel genau?
Er ist eine Anforderung der Icao. Es geht darum, dass das Testfahrzeug auf einer Kippplatte bei einer Schräge von 30 Grad – das entspricht einer Steigung von fast 58 Prozent – stehen bleibt und nicht umkippt. Das soll gewährleisten, dass auch bei engen Kurvenradien mit hoher Geschwindigkeit das Fahrzeug stabil bleibt. Es ist eine der größten Gefahren, wenn man auf der Runway umdreht. Besonders an der Kante zwischen Beton und Rasen kann das Fahrzeug leicht umkippen.
Welche Herausforderungen gibt es noch an Flughafen-Löschfahrzeuge?
Die Beschleunigung. Ein Flughafen-Löschfahrzeug muss in zwei Minuten ab Alarmierung am Einsatzort sein und in höchstens drei Minuten jeden beliebigen Ort auf dem Gelände erreichen können. Die Norm schreibt hier teils sogenannte "Rapid Intervention Vehicles" vor, die eine Beschleunigung von null auf 80 km/h in weniger als 20 Sekunden schaffen müssen.