Harald Gloy soll offenbar Anfang 2027 an die Spitze von Lufthansa Technik rücken. Der Aufsichtsrat der Lufthansa-Wartungstochter werde an diesem Freitag über einen entsprechenden Vorschlag abstimmen, schrieb das "Handelsblatt" unter Berufung auf Unternehmenskreise. Gloys Berufung ist den Angaben zufolge "relativ sicher".
Gloy ist seit Juli 2022 Mitglied des Vorstands von Lufthansa Technik. Dort verantwortet er als Chief Operating Officer die Betriebsabläufe und die Logistik.
Sprecher von Lufthansa Technik und der Konzernmutter Lufthansa wollten sich auf Anfrage des "Handelsblatts" nicht zu den Informationen äußern.
Gloy würde damit Sören Stark nachfolgen. Stark ist seit Januar 2019 Mitglied des Vorstands von Lufthansa Technik und übernahm zum 1. Juli 2022 den Vorstandsvorsitz. Er scheidet im Januar 2027 altersbedingt aus.
Wartungstochter mit ehrgeizigem Wachstumsplan
Lufthansa Technik gilt zusammen mit der Frachttochter Lufthansa Cargo derzeit als Ertragsperle des Lufthansa-Konzerns.
Unter dem Namen "Ambition 2030" verordnete sich der Wartungsspezialist 2023 einen ehrgeizigen Wachstumsplan. Der Umsatz soll bis 2030 von 5,6 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf über zehn Milliarden Euro steigen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll von 511 Millionen Euro auf mehr als eine Milliarde Euro wachsen. Die bereinigte Ergebnismarge soll dann mindestens zehn Prozent betragen.
Wegen der weltweiten Krisen sind die Ergebnisse und Margen von Lufthansa Technik zuletzt jedoch gesunken. Die bereinigte Ergebnismarge schrumpfte von 9,3 Prozent im Jahr 2023 auf 7,5 Prozent im Jahr 2025.
Gerade deshalb sei es wichtig, dass auch künftig jemand an der Spitze des Wartungsunternehmens stehe, der wisse, wie das Geschäft laufe, hieß es im Umfeld des Aufsichtsrats.