Alaska-Airlines-Pilot im Magic-Mushrooms-Rausch: "Ich habe alles versaut", © AirTeamImages.com/Olivier Corneloup
Feuer-Schalter im Airbus-Cockpit © AirTeamImages.com / Olivier Corneloup
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Was hat er sich dabei nur gedacht? Joseph David E., 44, muss sich nach seinem erfolglosen Versuch, auf einem US-Inlandsflug der Alaska Airlines-Tochtergesellschaft Horizon Air die Triebwerke abzuschalten, vor Gericht verantworten.

Der Pilot der Alaska Airlines wurde jetzt in Oregon wegen versuchten Mordes in 83 Fällen – einer für jede Person an Bord des Flugzeugs außer ihm selbst – sowie wegen Gefährdung des Luftverkehrs angeklagt.

Bei einer Anhörung vor dem Multnomah County Circuit Court in Portland plädierte E. auf "nicht schuldig" und sagte aus, er habe vor dem Vorfall 40 Stunden lang nicht geschlafen und dann "Magic Mushrooms" konsumiert.

Den eidesstattlichen Erklärungen zufolge sagte E. der Polizei nach seiner Verhaftung, er habe sich zum Zeitpunkt des Vorfalls in einer psychischen Krise befunden und in den letzten sechs Monaten mit Depressionen zu kämpfen gehabt.

Psilocybin, ein natürliches Halluzinogen, das in bestimmten Pilzarten vorkommt, kann medizinischen Studien zufolge in einigen Fällen bei der Behandlung von Angstzuständen, Depressionen und anderen psychischen Störungen hilfreich sein. Nach einer Abstimmung im Jahr 2020 ist Oregon der erste US-Bundesstaat, der Psilocybin entkriminalisiert und seine kontrollierte therapeutische Verwendung für Erwachsene legalisiert hatte.

Aus den Gerichtsunterlagen geht allerdings nicht hervor, ob die Ermittler den Drogen- oder Alkoholkonsum des Verdächtigen bestätigten. Einer der festnehmenden Beamten sagte den Ermittlern, dass E. "äußerlich nicht unter dem Einfluss von Drogen stand".

Airline hatte keine Ahnung

Alaska Air Group erklärte in einer Stellungnahme, dass das Personal zu keinem Zeitpunkt während des Check-ins oder des Boardings Anzeichen einer Beeinträchtigung festgestellt habe, die sie dazu veranlasst hätten, E. am Flug zu hindern.

Alaska Airlines teilte mit, dass es in E. Arbeitszeugnis bislang keine Hinweise auf psychische Probleme gegeben hatte. Demnach flog der Pilot seit August 2001 als Erster Offizier bei Horizon Air. Seit 2019 ist er als Kapitän bei Alaska Airlines im Einsatz.

Auch der Präsident eines kalifornischen Fliegerclubs, dem E. einst angehörte, sagte, das angebliche Verhalten am Sonntag stehe im krassen Widerspruch zu dem "akribischen Piloten und sanften Familienvater", als den er E. in Erinnerung habe.

Laut der Piloten-Datenbank der FAA hatte E. erst im vergangenen Monat seine medizinische Flugtauglichkeit erneuert. Piloten sollen in den USA selbst alle psychischen Erkrankungen melden.

Bei Ermittlungen in den USA hatte sich zuletzt der Verdacht erhärtet, dass zahlreiche Piloten psychische Krankheiten verschweigen. Die FAA hat bereits die Fluglizenzen Dutzender Piloten suspendiert.

"Ich habe alles versaut"

E. hatte am Sonntag als Passagier im Cockpit auf einem Flug von Everett nach San Francisco gesessen, als es zu der Auseinandersetzung kam. Alaska Airlines Flug 2059 wurde von der regionalen Tochtergesellschaft Horizon Air durchgeführt.

Die beiden Piloten, die den Flug 2059 durchführten, berichteten den Ermittlern, dass E. zunächst ein lockeres Gespräch mit ihnen geführt habe, bevor er plötzlich sein Headset quer durch das Cockpit schleuderte und sagte: "Ich fühle mich nicht gut".

Dann habe er nach oben gegriffen, zwei rote Feuerlöschgriffe gepackt und sie nach unten gezogen, heißt es in den eidesstattlichen Erklärungen. Das Notfall-Feuerlöschsystem des Flugzeugs unterbricht die Treibstoffzufuhr zu den Motoren.

Es kam zu einem Handgemenge, bei dem einer der beiden Piloten E. am Handgelenk packte, um ihn daran zu hindern, die Griffe ganz herunterzudrücken, während der andere eine Luftnotlage meldete, bevor E. sich plötzlich wieder beruhigte und das Cockpit von selbst verließ.

In der Kabine warnte E. dann selbst das Kabinenpersonal: "Ihr müsst mir sofort Handschellen anlegen, sonst wird es schlimm", sagte er laut Bericht. Er wurde daraufhin im hinteren Teil des Flugzeugs auf den Sitz eines Flugbegleiters gesetzt und gefesselt.

Dort versuchte er noch, einen Notausgang zu öffnen - was eine Flugbegleiterin jedoch in einer weiteren Handgreiflichkeit verhinderte, wie das Justizministerium erklärte. Während des restlichen Fluges wurde E. vom Kabinenpersonal festgehalten.

Eine Flugbegleiterin berichtete den Behörden, dass sie E. sagen hörte: "Ich habe alles versaut" und dass er sagte, er habe "versucht, alle umzubringen".

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Sandra Bardewyck., © Media Carrier Solutions
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