Vertreter der spanischen Gewerkschaft UGT erklärten am Donnerstag, dass die bei Airbus entdeckten Fehler in Rumpfpanels des in Sevilla ansässigen Zulieferers Sofitec Aero mit Bedenken über Qualitätskontrollen übereinstimmen, die sie bereits beiden Unternehmen gegenüber geäußert hatten. "Wir warnen seit über einem Jahr vor möglichen Qualitätsproblemen", sagte Carlos Parra, Organisationssekretär bei UGT FICA Sevilla.
"Tatsächlich waren es unsere Vertreter, die diese Anomalien gemeldet haben", fügte Parra hinzu. In einer separaten Erklärung teilte die Gewerkschaft mit, ihre Warnungen über angebliche Mängel in Produktionsprozessen und Arbeitsbedingungen seien an die Sofitec-Geschäftsführung, Airbus und die zuständigen Behörden weitergegeben worden.
Die Mängel hätten "eine angemessene Kontrolle und Rückverfolgbarkeit kritischer Luftfahrtkomponenten" verhindert, hieß es. Vertreter von Sofitec reagierten in den vergangenen zwei Tagen nicht auf mehrere Anfragen zu den fehlerhaften Paneln. Niemand beim Unternehmen war für eine Stellungnahme zur Gewerkschaftserklärung erreichbar. Auch Airbus reagierte nicht umgehend auf eine "Reuters"-Anfrage zur Stellungnahme.
Airbus senkt Auslieferungsziel
Der Flugzeughersteller hatte am Mittwoch sein Auslieferungsziel für das Gesamtjahr um vier Prozent auf rund 790 Flugzeuge gesenkt. Grund waren schwache Auslieferungen im November aufgrund eines Qualitätsproblems bei Rumpfteilen, das Reuters am Montag erstmals berichtet hatte. Dies folgte auf einen Notrückruf von Tausenden Airbus A320 wegen einer Softwareänderung.
Das Problem betrifft die Dicke einiger betroffenen Rumpfpanels, die von einem von zwei externen Zulieferern gefertigt werden. Es wird nicht als unmittelbares Sicherheitsproblem behandelt, da die Teile noch immer mehr als die maximalen Belastungen bewältigen können, denen sie ausgesetzt sein könnten.