Die kanadische Luftfahrtbehörde Transport Canada hat eine Lufttüchtigkeitsanweisung für alle Airbus-A220-Varianten erlassen. Betroffen sind Verbindungselemente der Triebwerkspylone, für die gefälschte Materialnachweise vorgelegt worden sein sollen.
Konkret geht es den Angaben zufolge um obere und seitliche Verbindungsbaugruppen (Link Assemblies) der Pylonstruktur, bei denen der Einsatz einer unzulässigen Titanlegierung nicht ausgeschlossen werden kann.
Pylone verbinden die Triebwerke mit den Tragflächen und müssen extremen Belastungen standhalten. Eine minderwertige Legierung könnte die Strukturfestigkeit der betroffenen Teile beeinträchtigen und zu vorzeitigen Schäden oder im schlimmsten Fall zum Versagen der Baugruppen führen, warnt die Behörde.
Prüfpflicht und Austausch vor festgelegten Betriebsgrenzen
Die Anweisung (AD CF-2026-27, gültig ab 22. Juni 2026) verpflichtet Betreiber, zunächst zu prüfen, ob Bauteile mit den identifizierten Seriennummern verbaut sind. Betroffene Teile müssen ausgetauscht werden, bevor sie 8500 Flugzyklen oder 17.000 Flugstunden akkumuliert haben – je nachdem, was zuerst eintritt. Der Einbau betroffener Teile ist bereits seit dem 24. März untersagt.
Die aktuelle Anweisung ersetzt die frühere AD CF-2026-13 vom 10. März 2026. Transport Canada zufolge enthielt die Vorgängeranweisung Tippfehler in den Korrekturmaßnahmen sowie eine fehlerhafte Fristenregelung, die mit der neuen Fassung bereinigt werden.