Der Copilot eines Flydubai-Flugs von Dubai nach Tel Aviv wollte die Maschine nach Informationen US-amerikanischer Medien auf den Großflughafen Ben Gurion stürzen lassen. Das berichtete unter anderem der Sender "ABC News" unter Berufung auf zwei hochrangige US-Beamte und eine mit den Ermittlungen vertraute israelische Quelle.
Dem Radiosender "NPR" liegen ähnliche Informationen aus einer noch laufenden Untersuchung zu dem Vorfall vor. Es werde davon ausgegangen, dass der Copilot wahrscheinlich allein gehandelt habe, zitierte "NPR" eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle.
Auch der Sender "CNN" berichtete, der mutmaßliche Angreifer habe es wahrscheinlich auf den Flughafen Ben Gurion abgesehen gehabt. Er stützte sich dabei auf einen israelischen Beamten und eine mit der Angelegenheit vertraute israelische Quelle. Demnach halten die Vereinigten Arabischen Emirate, die Ermittlungen eingeleitet haben, Israel über den Stand der Untersuchungen auf dem Laufenden. Die Ermittlungen befänden sich noch in einem frühen Stadium. Es gebe noch offene Fragen zu den Absichten des mutmaßlichen Angreifers, hieß es.
US-Vizepräsident JD Vance sagte auf die Frage einer Reporterin nach einer möglichen Beteiligung des Irans, dies werde untersucht. Bislang habe er dazu aber nichts Eindeutiges gesehen.
US-Präsident Donald Trump bejahte dagegen vor Reportern die Frage, ob er den Iran für den Vorfall verantwortlich halte. Er persönlich glaube das, sagte Trump. Bereits zuvor hatte er auf die Frage nach einer Beteiligung des Irans gesagt: "Auf Grundlage dessen, was ich höre, würde ich sagen: Ja." Zugleich schränkte er damals ein, die Sache werde noch untersucht.
Der Ablauf des mutmaßlichen Angriffs
Der Angriff hatte sich Ende September ereignet, als die Maschine von Dubai nach Tel Aviv unterwegs war. Nach emiratischen Erkenntnissen griff der Copilot den Piloten mit einer Rettungsaxt an. Trotz schwerer Verletzungen konnte der Pilot die Cockpit-Tür öffnen. Passagiere drangen daraufhin ins Cockpit ein und überwältigten den Angreifer.
Eine zweite Besatzung landete die während der Attacke stark abgesackte Maschine im saudi-arabischen Tabuk. Der Copilot wurde in die Vereinigten Arabischen Emirate gebracht. Er stammt nach israelischen Angaben aus dem Oman.
Israel und die Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate gehen von einem versuchten Terroranschlag aus. Der Copilot habe versucht, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen, berichtete zuletzt die emiratische Nachrichtenagentur Wam unter Berufung auf die Generalstaatsanwaltschaft.
Zuvor hatten US-Medien berichtet, der Copilot sei wegen Sicherheitsbedenken aus seinem früheren Job bei einer Fluggesellschaft im Oman entlassen worden. Das "Wall Street Journal" schrieb unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, der Mann sei im Oman zu einem früheren Zeitpunkt mit einem Flugverbot belegt worden. Grund sei die Befürchtung gewesen, er habe radikale ideologische Ansichten. Laut Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war er islamistisch indoktriniert.