Der Copilot des Flydubai-Flugs FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv hat nach Erkenntnissen der emiratischen Behörden einen Terroranschlag versucht.
Er habe den Kapitän am Mittwoch im Cockpit mit der Notaxt angegriffen und versucht, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen, teilte Generalstaatsanwalt Hamad Saif al Schamsi am Samstag mit.
Der Copilot kooperiert demnach mit den Ermittlungsbehörden und hat angedeutet, dass er das Flugzeug in Israel zum Absturz bringen wollte. Angaben zum Motiv machte er nicht.
Die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen würden nach Abschluss der nötigen Verfahren veröffentlicht, hieß es.
Suspendiert bei Oman Air
Der Angreifer, ein omanischer Staatsbürger, galt US-Medienberichten zufolge bereits zuvor als Sicherheitsrisiko. Der Sender "ABC News" berichtete unter Berufung auf hochrangige Geheimdienst- und Strafverfolgungsbeamte, Oman Air habe den Mann suspendiert, nachdem er als Sicherheitsrisiko eingestuft worden sei.
Demnach war bei ihm 2024 extremistisches Material festgestellt worden, als er bei der nationalen Fluggesellschaft des Oman als Flugschüler beschäftigt war. In einer Verwaltungsfunktion durfte er dort aber weiterarbeiten.
Das "Wall Street Journal" schrieb unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen, Oman habe den Mann zu einem früheren Zeitpunkt mit einem Flugverbot belegt. Grund sei die Befürchtung gewesen, dass er radikale ideologische Ansichten vertrete.
Laut dem Sender "CBS News" wechselte er nach seiner Zeit bei Oman Air zu Flydubai, ohne dass die Regierung ihn überprüfte.
Israel an Befragungen beteiligt
Saudi-arabische Behörden hatten den Copiloten in Tabuk festgenommen, wo das Flugzeug nach dem versuchten Angriff notgelandet war.
Am Donnerstag wurde er nach Abu Dhabi überstellt, wo er sich weiter in Gewahrsam befindet. Die Vereinigten Arabischen Emirate leiten die Ermittlungen. Nach Angaben eines israelischen Regierungsvertreters sind auch israelische Ermittler daran beteiligt.
Netanjahu kündigte an, Israel werde prüfen, wie der Mann die Sicherheitsvoraussetzungen für Flüge nach Israel habe erfüllen können.
Israel unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Oman. Nach früheren Aussagen Netanjahus dürfen Piloten aus solchen Ländern keine Flüge nach Israel durchführen. Wie der Copilot dennoch für den Flug nach Tel Aviv eingeteilt wurde, ist unklar.
Israel prüfe, ob er im Auftrag gehandelt habe. Wer beteiligt gewesen sei, werde einen "hohen Preis" zahlen. Anwar Gargasch, ein ranghoher Berater des Präsidenten der Emirate, schrieb auf der Plattform X, sein Land dulde keinerlei Terrorismus.
Flydubai setzte Verbindung aus
Flydubai gehört der Regierung von Dubai. Die Fluggesellschaft hatte ihre Verbindung nach Tel Aviv nach dem Angriff ausgesetzt.
Am Samstag landete nach Angaben des Flughafens Ben-Gurion erstmals seit dem Vorfall wieder ein israelischer Flug aus den Emiraten in Tel Aviv. Die Strecke ist bei israelischen Reisenden beliebt.