Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) hat den Bund aufgefordert, die An- und Abfluggebühren der Deutschen Flugsicherung (DFS) im kommenden Jahr zu senken. Anlass ist der Auftakt der Haushaltsberatungen für 2027 im Haushaltsausschuss des Bundestages.
Die Entlastung solle 2027 ein Volumen von insgesamt 100 bis 150 Millionen Euro haben, teilte der Verband am Mittwoch mit. BDF-Geschäftsführer Michael Engel begründete die Forderung mit einem dramatischen Kostenanstieg bei der Flugsicherung.
"Die An- und Abfluggebühren der DFS haben sich seit 2019 verdreifacht. In keinem anderen Land Europas sind die Gebühren derart stark angestiegen", sagte Engel. Die Senkung sei als erster Schritt eines Sofortprogramms gedacht. Nach dem Willen des Verbands soll sie nicht zulasten der DFS gehen.
Kurzfristige Entlastungen verlangte der BDF auch bei den Luftsicherheitsgebühren. Nach Darstellung des Verbands geht es darum, Deutschlands Konnektivität zu verbessern und die Regionen über die hiesigen Drehkreuze besser anzubinden. An den Luftsicherheitskosten können sich nach Ansicht des BDF auch die Bundesländer beteiligen, etwa indem sie einen Teil dieser Kosten an ihren Flughäfen übernehmen.
BDF: Luftverkehrsteuer soll komplett entfallen
Über das Sofortprogramm hinaus hält der Verband an seinen grundsätzlichen Forderungen fest. Engel sagte, der Bund solle die Basiskosten übernehmen, die der DFS für die zivile und militärische Grundversorgung mit Flugsicherung entstehen. Zudem solle sich der Staat anteilig an den Kosten der Luftsicherheitskontrollen beteiligen. Die Luftverkehrsteuer solle ersatzlos wegfallen oder zumindest noch einmal deutlich sinken.
Der BDF bezeichnete die Entwicklung am Luftverkehrsstandort Deutschland als desaströs. Zum 1. Juli war die jüngste Anhebung der Luftverkehrsteuer rückgängig gemacht worden. Aus Sicht des Verbands reicht das nicht aus, 2027 müssen weitere Schritte folgen.
"Ziel muss es sein, mit weiteren Entlastungen wieder Wachstum im Luftverkehr Deutschlands zu ermöglichen. Damit schaffen wir Wertschöpfung, Beschäftigung und Einkommen. Darauf kommt es jetzt an", sagte Engel.