Der Flughafen Memmingen investiert nach eigenen Angaben über zehn Millionen Euro in seinen Ausbau. Wie der "Bayerische Rundfunk" berichtete, entstehen derzeit weitere Gates sowie zusätzliche Flächen im Terminal und auf dem Vorfeld.
Grund für die Investition sind steigende Passagierzahlen am sogenannten Allgäu Airport. Geschäftsführer Ralf Schmid nannte das Vorhaben ein "millionenschweres Fitness-Programm" für den Standort, mit dem der Flughafen zulegen und an Komfort gewinnen solle.
Nach Angaben des Flughafens ist der Ausgangsbereich für ankommende Passagiere bereits neu gestaltet worden. Die Wege wurden dabei kürzer, die Beschilderung übersichtlicher. Vor dem Terminal entstand außerdem ein zusätzlicher Fußgängerübergang.
Der Ausbau umfasst auch das Obergeschoss des Terminals, wo weitere Gates entstehen. Sie sollen vor allem Fluggästen aus Ländern außerhalb des Schengen-Raums zugutekommen. Der Balkon im Terminal wird zudem modernisiert, damit Reisende vor dem Abflug mehr Komfort haben. Der Ost- und der Westbereich sind bereits fertiggestellt, im mittleren Abschnitt laufen die Arbeiten noch.
Auch das Vorfeld wird erweitert, die Arbeiten sollen in Kürze abgeschlossen sein. Dominik Stroick, Bereichsleiter Infrastruktur des Flughafens, bezeichnete die Erweiterung als "ersten wichtigen Baustein zur Modernisierung der historischen Infrastruktur". Dabei entstehen zwei zusätzliche Standplätze für Flugzeuge, die künftig über einen Bodenstromanschluss verfügen und so effizientere Abläufe ermöglichen sollen. Ab Herbst soll dort außerdem ein sogenannter Turnpad entstehen – eine Wendeplatte, mit der Flugzeuge am Boden auf der Stelle um 180 Grad wenden können. Der Bau ist an der Ostseite der Start- und Landebahn vorgesehen.
Passagierrekord und Parkhaus ab 2029
Für dieses Jahr erwartet der Flughafen rund 3,8 Millionen Passagiere, nach 3,7 Millionen im Vorjahr. Die Betreibergesellschaft gibt an, seit der Corona-Krise um etwa 240 Prozent gewachsen zu sein, und zählt sich mittlerweile zu den zehn größten deutschen Verkehrsflughäfen.
Ab 2029 soll außerdem ein Parkhaus mit rund 1800 Stellplätzen in der Nähe des Terminals entstehen. Die Baukosten beziffert der Flughafen auf rund 23 Millionen Euro. Im Zuge des Projekts werden auch die Zufahrt zum "Kiss & Fly"-Bereich sowie Bushaltestellen, Taxistände, Kurzzeitparkzonen und Wartebereiche für Passagiere erneuert.
Bürgerinitiative kritisiert Subventionen und Umweltbilanz
Die Bürgerinitiative "Bürger gegen Fluglärm" sieht den Ausbau kritisch. Ihr erster Vorsitzender Dieter Buchberger kritisierte, der Flughafen werde bezuschusst, obwohl in vielen Kommunen selbst kein Geld vorhanden sei. "Nachdem sehr viele Kommunen Finanznot haben, stellt sich die Frage, ob es sein muss, die Fernfliegerei zu bezuschussen, wenn die Kommunen einsparen müssen", sagte er.
Er beklagte außerdem den Lärm, den der Flugbetrieb verursache. Der Flughafen stößt seinen Angaben zufolge jährlich etwa zwei Millionen Tonnen CO2 aus.
Die Initiative will die Gemeinden nun dazu bewegen, ihre Zuschüsse für den Flughafen zu streichen. "Wir würden uns wünschen, dass die Subventionierung aufhört, dass Fluggäste die wahren Preise zahlen und weniger fliegen, das würde dem Klima guttun", sagte Buchberger. Der Ausbau selbst kam für die Initiative nicht überraschend, gegen die zugrunde liegende Genehmigung hatte sie aber bereits erfolglos vor Gericht geklagt.