Der Flughafenbetreiber Dubai Airports rechnet für das laufende Jahr mit rund 70 Millionen Passagieren am Flughafen Dubai (DXB). Das sind deutlich weniger als ursprünglich geplant. Das ursprüngliche Ziel von 100 Millionen Passagieren jährlich könne nun bis Ende 2027 erreicht werden, sagte Vorstandsvorsitzender Paul Griffiths am Donnerstag. "Ich bin absolut überzeugt, dass wir bis Jahresende weitgehend wieder das gewohnte Niveau erreichen", sagte er.
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran und die in der Folge gesperrten Lufträume über der Golfregion hatten den Flugverkehr fast zwei Monate lang gestört. Damit erwies sich die im Februar aufgestellte Prognose von Dubai Airports, wonach DXB in diesem Jahr fast 100 Millionen Passagiere abfertigen sollte, als hinfällig.
DXB gilt als weltweit verkehrsreichstes internationales Luftfahrtdrehkreuz. Im ersten Halbjahr fertigte der Flughafen 31,5 Millionen Passagiere ab, gegenüber 46 Millionen im ersten Halbjahr 2025. Griffiths sagte, die Kapazität habe sich inzwischen auf 84 Prozent, die Passagierzahlen auf 78 Prozent des Niveaus vor dem Krieg erholt.
Zur Erholung trage bei, dass ab dem kommenden Monat einige der europäischen Fluggesellschaften nach Dubai zurückkehren werden, die ihre Verbindungen in die Region wegen des Kriegs ausgesetzt hatten, sagte er.
"Der Transfermarkt und der Punkt-zu-Punkt-Markt sind unglaublich gesund, und ich denke, das werden sie auch bleiben", sagte Griffiths. Auch das Geschäftsreisesegment bleibe insgesamt stark, so Griffiths.
Fortschritte bei kleineren, reichweitenstärkeren Flugzeugen könnten das weitere Wachstum stützen, weil sie Airlines erlaubten, mehr Ziele direkt anzufliegen. Griffiths erwartet, dass die Zahl der von Dubai aus direkt angeflogenen Städte von derzeit 240 bis Mitte 2027 weiter steigt.
Man spreche mit mehreren Fluggesellschaften über Verbindungen zu Städten, die bislang noch nie direkt zwischen Dubai und Europa beziehungsweise Afrika angeflogen worden seien, sagte er.
Die Zusammensetzung der Passagiere habe sich seit vor dem Krieg kaum verändert, sagte Griffiths. Indien, Saudi-Arabien und Großbritannien blieben die größten Märkte. Mit Blick auf den im Bau befindlichen neuen Flughafen kündigte er an: "Es wird Dinge geben, die wir verstärken werden. Wir könnten am neuen Flughafen infolge des Iran-Kriegs Designänderungen vornehmen, um ihn widerstandsfähiger zu machen."