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EU Kommission nickt LSG-Übernahme durch Gategroup ab

Die Schweizer Gategroup darf das Europageschäft der Lufthansa-Catering-Tochter LSG Sky Chefs übernehmen. Den endgültigen Vollzug der Transaktion hat die EU-Kommission nun abgenickt. Den Rest der LSG will Lufthansa nach der Corona-Krise verkaufen.

Container von LSG Sky Chefs auf dem Flughafen Frankfurt. © dpa / Boris Roessler

Gategroup kann wie geplant das Europageschäft der Lufthansa-Catering-Tochter LSG Sky Chefs übernehmen. Beide Unternehmen teilten mit, die EU-Kommission habe den vor rund einem Jahr geschlossenen Vertrag zur Übernahme nun endgültig abgesegnet. Die Transaktion könne jetzt vollzogen werden.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten den Deal bereits im April grundsätzlich genehmigt, aber weitreichende Vorgaben gemacht. Damit soll der Wettbewerb der Bordverpfleger an einigen Flughäfen gesichert werden.

Voraussetzungen für die Übernahme durch Gategroup war unter anderem eine Verpflichtung zum Verkauf des deutschen Inflight-Catering-Betriebs des Schweizer Caterers. Hinzu kommt das Abstoßen einer Minderheitsbeteiligung an einer Inflight-Catering-Küche am Flughafen Brüssel sowie einiger Catering-Einheiten an den Flughäfen Rom (FCO) und Paris (CDG). Gategroup teilte mit, man gehe davon aus, alle Verkäufe Anfang 2021 abzuschließen.

Der Lufthansa-Vorstand hatte im vergangenen Jahr beschlossen, das europäische Geschäft seiner Catering-Tochter an den Schweizer Konkurrenten zu veräußern. Der Verkauf sei Teil der neuen Strategie der Lufthansa Group, sich künftig stärker auf das Airline Geschäft zu konzentrieren, teilte der Konzern mit.

Lufthansa könne durch den Verkauf "schlanker und effizienter" werden und darüber hinaus die konzerninterne Komplexität reduzieren, hieß es jetzt. Man strebe zudem weiterhin auch einen Verkauf des verbleibenden internationalen Teils der LSG Group an, "sobald die Rahmenbedingungen dies zulassen".

Weitere Zusammenarbeit vereinbart

Die von Gategroup übernommenen LSG-Bereiche werden auch zukünftig weiter für Lufthansa arbeiten. Man habe unter anderem das exklusiv für Lufthansa entwickelte "Studio 50/8TM" aufgesetzt, eine "kulinarische Denkfabrik und ein exklusiver Ort für Inspiration", hieß es. Der Kranich bleibe an den Werken München und Frankfurt Minderheitseigner der Unit. Auch in Zürich arbeite man weiter zusammen.

Damit werde ein "nahtloser Übergang des Cateringgeschäftes sichergestellt". Die Partnerschaft gewährleiste "ein hohes Maß an Sicherheit für die Arbeitsplätze", sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr beim Verkauf vor einem Jahr. Die Gewerkschaft Verdi hatte gegen den Verkauf Widerstand geleistet.

Der Kaufvertrag umfasst neben den europäischen Catering-Betrieben auch das Lounge- und Zug-Geschäft sowie die Retail Convenience Food-Marke "Evertaste" und ihre europäischen Betriebe, das Equipment-Geschäft "Spirant" sowie die Einzelhandelsgeschäfte der Marke "Ringeltaube". Vor Corona beschäftigte LSG in den Bereichen rund 7500 Mitarbeitende.

Von: dh

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