Etihad Airways bietet wieder mehr Passagierkapazität an als vor einem Jahr. Das sagte Vorstandsvorsitzender Antonoaldo Neves. Golf-Airlines erholten sich damit von den Störungen durch den Krieg der USA und Israels gegen den Iran, der in diesem Jahr die Erlöse belastet habe.
Die angebotenen Sitzplatzkilometer (ASK) – die Standardkennzahl der Branche für die zuletzt ausgeweitete Passagierkapazität – lagen bei Etihad 15 bis 17 Prozent höher als im selben Zeitraum des Vorjahres 2025.
Der Sitzladefaktor, der angibt, wie gut die Airline ihre Sitze auslastet, erreichte im August 92 Prozent. Für den Rest des Jahres strebt Etihad einen Sitzladefaktor von mindestens 87 Prozent an. "Wir sind wieder auf Kurs", sagte Neves in einem Interview mit "Reuters".
Der Krieg hatte den Nahost-Luftverkehr nach seinem Beginn Ende Februar wochenlang lahmgelegt und Flüge im Nahen Osten und darüber hinaus gestört. Nahöstliche Fluggesellschaften, darunter einige der größten der Welt, hätten ihren Betrieb inzwischen aber nach und nach wieder aufgenommen. Wegen der Luftraumsperrungen im März und April rechnet Etihad im laufenden Jahr mit einem Umsatz auf dem Niveau von 2025, während die Profitabilität nahezu bei null liegen dürfte.
Handelsstreit und Visasorgen bremsen zusätzlich
Nach Angaben von Neves gehen Störungen der Reisemuster auch auf Handelsstreitigkeiten und Visabeschränkungen zurück. "Man hat eine globale Lage. Ich meine, die Entscheidungen, die die USA und Kanada bei Visa treffen, wirken sich hier bei uns aus", sagte er. Neves verwies dabei auf einen Rückgang des Reiseverkehrs von Indien nach Kanada und in die USA, auch bei Studierenden.
Für die kommende Wintersaison zeigte sich Neves zuversichtlich, auch wenn sich die Nachfrage verändere: Immer mehr Menschen würden erst kurzfristig buchen, eine Einschätzung, die sich mit ähnlichen Aussagen der Emirates zur Wintersaison decke. Er sagte zudem, die Airline erwirtschafte Liquidität, um sie in die Flotte zu investieren.
Bereits am Montag hatte Etihad ein neues Kabinendesign für die First-, Business- und Economy-Class vorgestellt – zunächst für den neuen Airbus A330 Neo. Die neu gestalteten A330 könnten laut Neves Mitte 2027 ausgeliefert werden.