Am zwölften Tag des Iran-Krieges spitzt sich die Lage im Golfluftverkehr erneut zu. Drohnenangriffe auf Infrastruktur in der gesamten Region halten den Luftraum über dem Nahen Osten weitgehend gesperrt.
Bahrain evakuierte am Mittwochabend einen Teil seiner Flugzeuge: Die staatliche Gulf Air brachte zehn Kurz- und Mittelstreckenjets – vier Airbus A320, einen A321 und fünf A321 Neo – mit offensichtlicher Sondergenehmigung in die saudi-arabische Stadt Al-Ula in der Provinz Medina in Sicherheit. Vier Boeing 787-9 der Airline waren bereits zuvor nach Dammam verlegt worden, um von dort ab dem 11. März wieder Passagierflüge anbieten zu können.
Dammam liegt nur rund 115 Kilometer vom eigenen, derzeit geschlossenen Heimatflughafen in Bahrain entfernt. Von dort hat Gulf Air Flüge nach London-Heathrow, Mumbai und Bangkok zur Buchung freigegeben.
Hintergrund der Verlegung ist die angespannte Sicherheitslage im Königreich: Am Montag hatten iranische Angriffe eine Ölraffinerie und eine Entsalzungsanlage in Bahrain getroffen. Eine Drohne traf zudem einen Wohnturm in der Hauptstadt Manama – dabei kam ein Mensch ums Leben. Der Bahrain-Luftraum bleibt wegen der geografischen Nähe zum Iran weiterhin vollständig gesperrt.
Qatar Airways kündigt Sonderflüge an
Auch Katar hält seinen Luftraum wegen der Nähe zum Iran weiterhin geschlossen. Qatar Airways hat jedoch für den 12. und 13. März Sonderflüge ab Doha durch Luftkorridore angekündigt.
Die Vereinigten Arabischen Emirate ermöglichen ihren Airlines bereits seit der vergangenen Woche wieder eingeschränkten Flugbetrieb über solche Korridore. Emirates aus Dubai und Etihad aus Abu Dhabi fliegen aber weiterhin deutlich unter ihrer normalen Kapazität. Laut Daten von "Flightradar24" überschritt die Zahl der täglichen Flüge der wichtigsten UAE-Airlines am Wochenende die Marke von 600, flachte danach aber wieder ab.
Rauch über dem Flughafen Dubai International : Blick über das Vorfeld des Flughafens Dubai International (DXB) bei klarem Himmel. Mehrere Emirates-Maschinen stehen an den Gates, während im Hintergrund eine große dunkle Rauchfahne aufsteigt und über die Stadt zieht. Bodenfahrzeuge und Gepäckförderer sind im Vordergrund sichtbar. © DPA / Altaf Qadri/AP
Zwei Drohnen sind am Mittwoch erneut in der Nähe des Flughafens Dubai International (DXB) abgestürzt und haben vier Menschen verletzt. Der Flugbetrieb laufe weiterhin normal, teilte das Medienbüro Dubais mit. Reuters-Zeugen berichteten, dass am Flughafen keine sichtbaren Schäden zu erkennen waren.
Das emiratische Verteidigungsministerium teilte mit, man reagiere auf Beschuss mit iranischen Drohnen und Raketen. Anwohner wurden aufgerufen, die bekannten Schutzanweisungen zu befolgen. Zwei ghanaische Staatsangehörige und ein bangladeschischer Staatsangehöriger erlitten dem Medienbüro zufolge leichte Verletzungen, ein indischer Staatsbürger wurde mittelschwer verletzt.
Angriffe weiten sich in der Region aus
Auch Saudi-Arabien, Katar, Kuwait und Oman meldeten am Mittwoch, Drohnen und Raketen abgefangen zu haben. Die saudi-arabische Flugabwehr schoss nach eigenen Angaben im Osten des Landes und in der Nähe des großen Ölfelds Schaiba mehrere Drohnen ab.
Dem Nachrichtenkanal Al-Arabija zufolge zielten bisher rund ein Drittel der iranischen Drohnenangriffe in Saudi-Arabien auf Ölanlagen im Osten. Die staatliche Nachrichtenagentur im Oman berichtete, eine Drohne sei abgeschossen worden und eine weitere ins Meer gestürzt.
Der US-israelische Krieg gegen den Iran hat seit dem 28. Februar weltweit zehntausende Flugstreichungen, Umleitungen und Planänderungen ausgelöst – die schlimmste Krise der Luftfahrtbranche seit der Corona-Pandemie.