Der Industriekonzern Diehl hat dank seines boomenden Rüstungsgeschäfts Umsatz und Gewinn 2025 deutlich gesteigert. Die Konzernerlöse stiegen im vergangenen Jahr um 15 Prozent auf 5,42 Milliarden Euro, wie das Familienunternehmen in Nürnberg mitteilte. Der Überschuss kletterte um 43 Prozent auf 492 Millionen Euro. Operativ legte das Ergebnis sogar um 53 Prozent auf 703 Millionen Euro zu.
"Die Diehl-Gruppe konnte sich trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen gut behaupten", sagte Finanzvorstand Jürgen Reimer auf der Jahrespressekonferenz. "Wir sind klar auf dem Wachstumskurs."
Im laufenden Jahr solle der Konzernumsatz auf rund sechs Milliarden Euro gesteigert werden. Das Ergebnis werde allerdings stagnieren. Reimer führt den vakanten Chefposten kommissarisch. Zum 1. September soll der frühere Voith-Manager Cornelius Weitzmann Vorstandssprecher des Konzerns mit knapp 20.000 Beschäftigten werden.
Rüstungssparte wächst zweistellig
Die Rüstungssparte Diehl Defence steht mit einem Umsatzplus von 28 Prozent auf 2,33 Milliarden Euro mittlerweile für 43 Prozent der Konzernerlöse. "Wir haben den Wachstumspfad der letzten Jahre fortgesetzt", sagte Spartenchef Helmut Rauch. Diehls bekanntestes Produkt ist das Luftverteidigungssystem Iris-T, das in der Ukraine gegen russische Luftangriffe zum Einsatz kommt. Rauch sprach von einer Trefferquote von nahezu 100 Prozent.
Mittlerweile zählen Rauch zufolge 21 Länder zu den Iris-T-Kunden. Neben dem Stammkunden Bundeswehr kamen für dieses System zuletzt Aufträge aus der Schweiz, Schweden und Dänemark. Eine stark steigende Nachfrage sieht Diehl auch nach Drohnenabwehrsystemen. Die Rüstungssparte kooperiert zudem mit Partnern in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Brasilien, den USA und Südkorea.
Die Luftfahrtsparte Diehl Aviation steigerte ihren Umsatz um zwölf Prozent auf 1,43 Milliarden Euro. Als einer der großen internationalen Zulieferer profitiere Diehl deutlich von positiven Marktentwicklungen der Branche und wachsender Nachfrage sowohl im Neugeschäft als auch bei Folgeaufträgen, erklärte das Unternehmen. Diehl beliefert unter anderem Airbus und Boeing.
Sorgenkind des Konzerns ist die Sparte für Steuerungsgeräte, die an der Schwäche der belieferten Haushaltsgerätehersteller litt. Der Spartenumsatz schrumpfte um zwei Millionen auf 382 Millionen Euro. Zu den weiteren Geschäftsfeldern zählen Sparten für Metallerzeugnisse und Messgeräte.