Delta Air Lines hat Ende vergangener Woche zwei Nachhaltigkeitsziele von seiner Website entfernt. Wie Bloomberg News berichtet, strich die US-Airline ihre Verpflichtung, bis 2030 zehn Prozent ihres Treibstoffbedarfs durch nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) zu decken.
Zudem wurde das Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen, von einem "Ziel" in eine "Ambition" umformuliert. Delta äußerte sich auf Reuters-Anfrage zunächst nicht.
Einem Delta-Sprecher zufolge, den Bloomberg zitiert, sieht die Airline SAF weiterhin als einen der wichtigsten Wege zur Dekarbonisierung des Flugverkehrs. Die schleppende Entwicklung des Kraftstoffs gefährde jedoch die Klimaziele der Branche.
SAF, das überwiegend aus Abfällen oder gebrauchtem Speiseöl hergestellt wird, kann Emissionen gegenüber herkömmlichem Kerosin deutlich reduzieren – kostet jedoch zwei- bis fünfmal so viel.
Die Entwicklung fügt sich in ein breiteres Bild. Im Februar warnte IATA-Generaldirektor Willie Walsh, dass Engpässe bei neuen Flugzeugen und alternativen Kraftstoffen die Lieferantengewinne treiben und das Emissionsziel der Branche gefährden.
Die rund 350 IATA-Mitgliedsairlines hatten sich 2021 verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu fliegen. Das Ziel stützt sich wesentlich auf den SAF-Einsatz und die pünktliche Lieferung neuer, effizienterer Flugzeuge – beides wird durch anhaltende Lieferkettenprobleme verzögert.