Condor hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 operativ einen Gewinn erzielt. Vor Steuern und Zinsen sei das Betriebsergebnis (Ebit) um 25,2 Prozent auf 151 Millionen Euro gestiegen, erklärte die Airline. Mit einem Wachstum der Passagierzahl um 13 Prozent auf 9,6 Millionen erzielte die Lufthansa-Konkurrentin 2,35 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von elf Prozent.
"In Summe ist das aus unserer Sicht ein weiterer wesentlicher Schritt in Richtung finanzielle und operative Stabilisierung der Gesellschaft", sagte Finanzchef Björn Walther, der zugleich sein Ausscheiden aus dem Unternehmen ankündigte.
Unter dem Strich stieg der Verlust hingegen um 13,7 Prozent auf 110,43 Millionen Euro (IFRS) – nach 96,7 Millionen (IFRS, 62 Millionen nach HGB) im Vorjahr. Als Gründe nannte das Unternehmen interne Darlehenszinsen gegenüber dem britischen Eigentümer Attestor sowie hohe Leasing-Bewertungen der meist noch sehr jungen Flugzeuge.
Aus dem früheren Ferienflieger ist inzwischen der Betreiber eines Drehkreuzes am Frankfurter Flughafen geworden. Den Ausbau der Kurz- und Mittelstrecken musste Condor mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe notgedrungen vornehmen, weil die Lufthansa dem Konkurrenten seit langer Zeit geltende Vorzugskonditionen für Zubringerflüge zum Drehkreuz Frankfurt gekündigt hatte. Stattdessen existiert ein klassisches Interline-Abkommen.
Das habe Verluste in zweistelliger Millionenhöhe bedeutet, erklärte Condor-Chef Peter Gerber. Auslastung und Erträge auf der Langstrecke seien wieder da, wo sie zu Zeiten der Kooperation mit der Kranich-Airline lagen.
Für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr erwartet Condor, die Marke von zehn Millionen Fluggästen zu überschreiten und den Umsatz erneut zu steigern.
KfW-Kredit vorzeitig zurückgezahlt
Den Staatskredit aus der Corona-Zeit in Höhe von 175 Millionen Euro hat Condor nach Angaben von Gerber vollständig und sechs Monate vor Fristablauf zurückgezahlt.
Im Herbst kann Mehrheitseigner Attestor die derzeit vom Staat gehaltenen 49 Prozent an der Fluggesellschaft übernehmen. Die öffentliche Hand – Bundesrepublik und Land Hessen über die SG Luftfahrtgesellschaft – war durch die Rettung der Airline in der Corona-Pandemie indirekt zum Miteigentümer geworden.
Attestor ist bereits seit Längerem auf der Suche nach einem neuen Investor und bevorzuge dabei einen strategischen Partner aus der Luftfahrtbranche, erklärte Gerber. "Natürlich wäre ein großer Airline-Partner für uns eine attraktive Möglichkeit."