Air Belgium hat in dieser Woche angekündigt, Gläubigerschutz zu beantragen. Laut Insidern hat nun die chinesische Muttergesellschaft Sichuan Airlines Group, zu der auch Chengdu Airlines gehört, ein verbindliches Angebot für eine Investition in die belgische Fluggesellschaft vorgelegt. Das berichtet "CH-Aviation".
Die Hauptinteressen der chinesischen Gruppe liegen vor allem auf den belgischen Slots, über die Air Belgium reichlich verfügt. Details zum Betrag und anderen Aspekten des Angebots wurden jedoch nicht enthüllt.
Bereits Anfang August berichteten belgische Medien von einer erwarteten Kapitalspritze von einem nicht näher genannten chinesischen Investor für Air Belgium. Laut der belgischen Zeitung "De Tijd" handelt es sich dabei um Sichuan Airlines. Allerdings ist fraglich, ob ein solcher Deal zustande kommt, da bereits 49 Prozent der Fluggesellschaft dem chinesischen Logistikunternehmen Hongyuan Group gehören.
Um den Status und die Landerechte als belgische/europäische Fluggesellschaft beibehalten zu können, ist es entscheidend, dass die restlichen 51 Prozent in europäischer Hand bleiben, insbesondere in der wallonischen Region Belgiens und unter Mitwirkung der belgischen Bundesregierung.
Kommende Wochen bringen Klarheit über Zukunft
Laut "De Tijd" könnte eine mögliche Lösung darin bestehen, dass Sichuan Airlines sowohl rechtliche als auch wirtschaftliche Anteile erwirbt, wobei letztere mit den Dividendenrechten verbunden wären. Im Rahmen dieses Szenarios würde Sichuan Airlines 49 Prozent der wirtschaftlichen Rechte erhalten, während Hongyuan 49 Prozent der rechtlichen Rechte behalten würde. Es ist jedoch unklar, ob die belgischen Anteile in dieser Transaktion verwässert würden.
Air Belgium hat den Passagierbetrieb am 3. Oktober eingestellt und beabsichtigt, nur die Fracht- und Leasingaktivitäten fortzusetzen. Von den insgesamt zehn Flugzeugen sind sechs dem Frachtbetrieb gewidmet, darunter eine A330-200F, zwei A330-200(P2F) und drei B747-8(F), wie aus Daten von "CH-Aviation" hervorgeht.
In der kommenden Woche wird mehr Klarheit darüber herrschen, ob Air Belgium Gläubigerschutz gewährt wird. Die Gerichte werden über die Zustimmung zu einem Sanierungsplan entscheiden, der die Einstellung des Passagiergeschäfts vorsieht. Etwa 20.000 Tickets wurden nach dem 3. Oktober storniert, und Air Belgium hat versprochen, ihr Bestes zu tun, um die Passagiere zu entschädigen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob das Unternehmen über die erforderlichen Mittel verfügt.