CFM investiert in den kommenden fünf Jahren zwei Milliarden Dollar (rund 1,75 Milliarden Euro), um schnellere Wartungszeiten zu erreichen. Das teilte der Triebwerkshersteller mit. Die Investition ist Teil der Bemühungen, Engpässe in der Triebwerksindustrie zu lindern, die zuletzt bei Fluggesellschaften für Kritik gesorgt hatten.
Der nach verkauften Stückzahlen weltweit größte Triebwerkshersteller erklärte, das von den Miteignern GE Aerospace und dem französischen Unternehmen Safran getragene Programm solle zudem Reparaturen beschleunigen, Zulieferern zu besseren Lieferzeiten verhelfen und die Ersatzteilbestände aufstocken.
Hintergrund ist eine branchenweite Reparaturkrise durch unerwarteten Verschleiß an den neuesten Triebwerksgenerationen – eine unbeabsichtigte Folge ihrer erheblichen Treibstoffeinsparungen. Sie hat bereits dazu geführt, dass Flugzeuge am Boden bleiben mussten.
CFM-Präsident Gael Meheust wollte sich nicht zu einem Streit der Triebwerksindustrie mit Fluggesellschaften über die Preise äußern. Es sei wichtig, alle relevanten Kosten und die Triebwerksleistung zu berücksichtigen, sagte er.
CFM, das Triebwerke für die Boeing 737 Max baut und beim Airbus A320 Neo mit "Pratt & Whitney" konkurriert, erklärte, man habe ein "nahezu null" Niveau an triebwerksbedingten Groundings. "Pratt & Whitney" habe zuletzt stetige Fortschritte bei Wartungsverzögerungen und Produktionsproblemen gemeldet.
Wartungswerkstätten der Fluggesellschaften
Die Investition ins Wartungs- und Ersatzteilgeschäft kommt, während sich die Triebwerkshersteller auf der kommenden Farnborough Airshow um neue Aufträge bemühen dürften - inmitten vergleichsweise verhaltener Flugzeugbestellungen.
Indiens größte Fluggesellschaft Indigo könnte laut Branchenkreisen CFMs Leap-Triebwerk für 500 bereits bestellte Airbus-Maschinen auswählen. Der Deal dürfte eigene Kapazitäten für Wartung, Reparatur und Überholung (Maintenance, Repair and Overhaul, kurz MRO) umfassen – ähnlich wie bei der irischen Ryanair. CFM lehnte eine Stellungnahme ab, die IndiGo war nicht erreichbar.
Unterdessen gibt es keine unmittelbaren Anzeichen für einen Durchbruch in den Gesprächen zwischen CFM und der Turkish Airlines (THY). Die Verhandlungen überschatten einen Auftrag über 150 Boeing 737 Max, den der türkische Präsident Tayyip Erdogan im September 2025 in Washington angekündigt hatte. Die Fluggesellschaft hatte damals erklärt, der Max-Auftrag, Teil eines größeren Pakets von 225 Flugzeugen, stehe unter dem Vorbehalt der Triebwerksverhandlungen.
Branchenkreisen zufolge will Turkish Airlines im Rahmen eines möglichen Abkommens in die oberste Stufe von CFMs gestaffeltem Support-Netzwerk aufsteigen und sogenannter Premier-MRO-Partner werden – ein Status, der einer kleinen Gruppe von Fluggesellschaften erweiterten Zugang zu Reparaturtechnologie gewährt. CFM und die Turkish Airlines äußerten sich dazu nicht.
CFM teilte zudem mit, eine Zulassung für ein Upgrade erhalten zu haben, das die Haltbarkeit von Leap-1B-Triebwerken für die Boeing 737 Max in rauen Klimazonen verbessern soll – ähnlich einer bereits für Airbus verfügbaren Lösung. Das Unternehmen bekräftigte zudem sein Ziel, die Auslieferungen in diesem Jahr um 15 Prozent zu steigern.