Mit der Eröffnung des neuen Besucherzentrums "Hangar One" in Frankfurt hat Lufthansa seinen 100. Geburtstag begangen. Damit ist für luftfahrtbegeisterte Menschen am Frankfurter Flughafen ein besonderer Ort entstanden. Der Name wurde in einem Mitarbeiterwettbewerb gefunden.
Das optische Zentrum der lichten Halle bilden zwei historische Flugzeuge: Die Junkers Ju 52 aus dem Jahr 1936 und die 21 Jahre jüngere Lockheed Super Star dürfen zwar nicht mehr abheben, machen aber die rasante Entwicklung der Luftfahrt im vergangenen Jahrhundert anschaulich. Die viermotorige Lockheed aus der Constellation-Baureihe stand am Anfang des Linienbetriebs nach Nordamerika, der heute noch das ökonomische Rückgrat des Lufthansa-Konzerns darstellt.
Ab einem noch nicht näher benannten Termin im Sommer kann das allgemeine Publikum das Zentrum besuchen. Vollzahler sind dem Unternehmen zufolge mit acht Euro Eintritt dabei, zudem soll es Ermäßigungen geben. Im Gebäude finden sich dann neben den Flugzeugen und der Ausstellung die "Follow-Me-Bar", ein Shop mit speziellen Produkten für Luftfahrt-Fans sowie ein Flugsimulator. Hier können Flüge mit der zweimotorigen Propeller-Maschine Diamond DA 42 trainiert werden.
Menschen in historischen Uniformen stehen vor einem Lufthansa-Flugzeug. : Vier Personen in historischen Lufthansa-Uniformen stehen vor einem blau-weiß lackierten Flugzeug mit Treppe. Im Hintergrund ist der Terminalbereich mit viel Tageslicht zu sehen. © DPA / Hannes P Albert
Die Lufthansa will das Zentrum nicht nur für eigene Präsentationen und Meetings nutzen, sondern die Räume auch vermieten. Im Angebot sind flexible Eventflächen sowie sieben Konferenzräume und ein Kino. Heimlicher Star auch für private Feiern dürfte die eingebaute Bar in der Super Star werden, die dem Stil der 1950er-Jahre nachempfunden wurde.
Unmittelbar neben dem Lufthansa Aviation Center hat das Architekturbüro "Albert Speer + Partner" ein repräsentatives, 72 Meter breites Ausstellungsgebäude geplant und errichten lassen. Beeindruckend ist vor allem die Flugzeug-Halle mit durchgehender Glasfront. Die Grundfläche beträgt 3800 Quadratmeter. Auf dem Dach finden sich Begrünung und eine Photovoltaik-Anlage, deren Strom für E-Ladestationen auf dem Parkplatz genutzt werden soll.
Feier mit Merz und Schnieder
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war als Ehrengast bei den Jubiläumsfeierlichkeiten dabei und würdigte das Unternehmen als prägendste Visitenkarte Deutschlands in der Welt. Die Kulisse hätte festlicher kaum sein können – wäre da nicht der Streik, der gleichzeitig vor der Tür tobte.
Blick auf das Jubiläumslogo der Lufthansa vor einem historischen Flugzeug. : Vor einem historischen Flugzeug steht ein großes, dunkelblaues Lufthansa-Jubiläumslogo in einer Ausstellungshalle. Das Flugzeug ist silbern mit blau-gelber Linie lackiert. Im Hintergrund sieht man Besucher, Glasflächen und die Hallendecke. © DPA / Hannes P Albert
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte das Unternehmen in seiner Festrede: Das strategisch wichtige Unternehmen habe das Bild von Deutschland stärker geprägt als jedes andere. Die Bundesregierung setze sich dafür ein, dass Deutschland ein wichtiger Luftverkehrsstandort bleibe. "Weniger Fliegen ist keine Option für den Wirtschaftsstandort Deutschland", sagte Merz. Dazu brauche man nachhaltige klimaschonende Technologien, aber auch niedrige Kosten und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.
Merz dankte Lufthansa-Chef Carsten Spohr ausdrücklich dafür, dass sich das Unternehmen erstmals auch vollständig zu seiner Rolle im Nationalsozialismus bekannt habe. Die erste "Luft Hansa" hatte ihren kommerziellen Erstflug am 6. April 1926 von Berlin nach Zürich absolviert. Die staatlich stark gestützte Gesellschaft war an der verdeckten Aufrüstung des NS-Staates ebenso beteiligt wie an der rücksichtslosen Ausbeutung zehntausender Zwangsarbeiter. Zum Ende des Zweiten Weltkriegs ging sie mit dem Nationalsozialismus unter und wurde erst 1955 neu gegründet. Spohr erinnerte an die maßgebliche Unterstützung der USA beim Neustart.
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) gratulierte zum Jubiläum. Er verwies auf die enge Verknüpfung der Luftfahrtgeschichte mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Die Bundesregierung bekenne sich im Koalitionsvertrag ausdrücklich zum Luftverkehr und zum deutschen Standort – mit dem Ziel, einen international fairen Wettbewerb und wettbewerbsfähige Standortkosten zu sichern. Zudem erarbeite das Ministerium eine neue nationale Luftfahrtstrategie.