Die rumänische Fluggesellschaft Animawings hat die Aussetzung ihres Flugbetriebs bis zum 15. November verlängert. Grundlage ist ein Beschluss des Bukarester Gerichts, das die gerichtliche Restrukturierung des Carriers beaufsichtigt. Das gab die am Flughafen Bukarest beheimatete Airline auf ihrer Website bekannt.
Animawings hatte Ende September ein Reorganisationsverfahren beantragt und am 2. Oktober sämtliche Flüge eingestellt. Seitdem steht die gesamte Flotte am Boden. Sie besteht aus fünf Airbus A220-300 und zwei Airbus A320-200.
Die Flugzeuge verteilen sich inzwischen auf mehrere Standorte. Nach Auswertungen von "CH-Aviation" und ADS-B-Daten parken drei A220 des Leasinggebers Azorra in Bratislava, Bukarest und Timisoara. Zwei weitere A220, die Sumisho Air Lease gehören, wurden nach Toulouse überführt. Die beiden A320 stammen von Macquarie Airfinance und stehen in Bukarest.
Rumänischen Medienberichten zufolge hatte sich der Umsatz von Animawings 2025 auf 330,8 Millionen Lei (rund 62 Millionen Euro) annähernd verdreifacht. Gleichzeitig rutschte die Airline tief in die roten Zahlen. Nach einem Nettogewinn von 1,9 Millionen Lei im Jahr 2024 stand 2025 ein Nettoverlust von 110,7 Millionen Lei.
Anteilsverkauf blieb ohne Abschluss
In diesem Jahr hatte das Management mit drei institutionellen Investoren über die Abgabe von 50 Prozent der Anteile verhandelt. Die Beteiligten hatten sich zwar auf die Transaktion verständigt, formal vollzogen wurde sie jedoch nie.
Zu den wichtigsten Gläubigern von Animawings gehören die Banca Transilvania, die rumänische Flugsicherung Romatsa sowie neun Flughäfen im Land. Darunter sind Oradea, Suceava, Brasov, Craiova, Sibiu, Arad und Timisoara.
Nach einem Bericht des rumänischen Portals "Economedia" liegt Animawings ein Kooperationsangebot von Aegean Airlines vor. Die griechische Fluggesellschaft, die früher an dem Carrier beteiligt war, benötige zehn bis 20 Flugbegleiter. Das Angebot sei als Möglichkeit für Beschäftigte gedacht, die weiterhin in der Kabine arbeiten wollten.
Aegean hatte ihre Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an Animawings im Februar 2024 an Christian Tour Holding verkauft. Der rumänische Reiseveranstalter gehört den übrigen Gesellschaftern Cristian und Marius Pandel.
