Airbus verschiebt seine Pläne zur Entwicklung eines wasserstoffbetriebenen Verkehrsflugzeugs. Grund sei, dass die Technologie langsamer als erwartet vorangekommen sei, teilte das Unternehmen mit.
Airbus nannte keinen neuen Zeitplan für das Projekt. Die Gewerkschaft Force Ouvriere teilte indes mit, dass den Mitarbeitern Anfang der Woche mitgeteilt worden sei, dass die Technologie fünf bis zehn Jahre hinter dem Tempo zurückliege, das erforderlich sei, um das ursprüngliche Ziel für 2035 zu erreichen.
Wasserstoff gilt als Schlüsseltechnologie auf dem Weg zum klimaneutralen Fliegen. Airbus hatte 2020 in Aussicht gestellt, emissionsfreies Fliegen bis 2035 möglich zu machen. Bis dahin sollte ursprünglich ein kleines "ZEROe"-Passagierflugzeug mit Wasserstoff-Antrieb entwickelt werden.
Laut französischen Medien wird Airbus zudem deutliche Budgetkürzungen bei allen weiteren Wasserstoffprojekten vornehmen. Die geplanten Tests eines Wasserstoff-Triebwerks an einem Airbus A380, die eigentlich für kommendes Jahr geplant waren, werden den Angaben nach zunächst auf Eis gelegt.
Die Verzögerung bedeutet einen Rückschlag für die Ambitionen des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns, im Zuge der Emissionsreduzierung in der Luftfahrt Pionierarbeit bei der Einführung von Wasserstoff als Treibstoff zu leisten.
Ganz überraschend kommt die Verzögerung allerdings nicht. Schon 2021 musste Airbus vor der EU-Kommission zugeben, dass die "ZEROe"-Abbildungen deutlich zu große Flugzeuge zeigen.
Neben dem Wasserstoff-Rückschlag hatte Airbus zuletzt auch bei der elektrischen Luftfahrt zurückgerudert. Erst vergangenen Woche hatte der Hersteller mitgeteilt, sein Flugtaxi-Programm auf Eis zu legen, da die Batterietechnologie noch nicht auf dem benötigten Leistungsstand ist.