Hamburg und Dubai wollen in Logistik und Luftfahrt kooperieren

11.02.2014 - 12:20 0 Kommentare

Hamburg und Dubai haben auf einer Fachkonferenz in Hamburg jetzt Projektfelder benannt, die sie künftig gemeinsam bearbeiten wollen. Treiber ist die starke Stellung der Luftfahrt an beiden Standorten.

Airbus-Vertreter Olaf Lawrence, Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler,  Nasser Al Madani (Dubai Airport Free Zone Authority) und  Ibrahim Al Janahi, Economic Zones World (von links). - © © Heiner Siegmund -

Airbus-Vertreter Olaf Lawrence, Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler, Nasser Al Madani (Dubai Airport Free Zone Authority) und Ibrahim Al Janahi, Economic Zones World (von links). © Heiner Siegmund

Alte Welt trifft auf neue Welt. So ließe sich das von der Hamburger Handelskammer initiierte Fachtreffen von Logistik- und Luftfahrtexperten in der Hansestadt überschreiben. „Wir sind mit 103 Jahren der weltweit älteste Airport“, verwies Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler auf einer Podiumsdiskussion vergangene Woche auf die langjährige Erfahrung der Hansestadt mit Themen rund um die Luftfahrt.

Die Vertreter Dubais hielten entgegen, dass das Wachstum dieses Sektors in ihrem Emirat mit jährlich rund sieben Prozent im Weltmaßstab außergewöhnlich hoch sei. Dies werde getrieben durch die die Ansiedlung zahlreicher Firmen in den Freihandelszonen rund um den neuen Wüstenairport Dubai World Central, den so genannten Air-Sea-Verkehr, also die Umladung von aus Ostasien per Schiff in der Golfregion angelandeten Seegütern auf Flugzeuge zwecks schneller Weiterbeförderung nach Europa sowie die großzügige Infrastruktur für den Flugverkehr, nicht zuletzt die sukzessive Inbetriebnahme von Dubai World Central. Dieser soll in seiner Endausbaustufe über bis zu fünf parallele Start- und Landebahnen verfügen.

Umzug zum neuen Großairport ab 2020

Ab dem Jahr 2020 werde die heimische Fluglinie Emirates vom jetzigen Stadtflughafen Dubai International aus Kapazitätsgründen zum neuen Großairport umziehen, kündigte Ibrahim Al Janahi an, der Stellvertretende Leiter der Freihandelsholding Economic Zones World. Bis dahin erwartet sein Kollege Nasser Al Madani, er ist Stellvertretender Direktor der Dubai Airport Free Zone Authority, die vermehrte Ansiedlung von internationalen Firmen rund um den neuen Airport.

Von Hamburger Seite betonten Flughafenchef Eggenschwiler und Airbus-Manager Olaf Lawrenz, der für die operationellen Abläufe des Komponenten- und Ersatzteilgeschäfts beim Flugzeughersteller zuständig ist, die überragende Rolle, die Luftfahrt in der Hansestadt einnehme. Nach Seattle und Toulouse sei Hamburg durch das Airbus-Werk, die Lufthansa Technik und den Flughafen drittgrößter Aviation-Standort weltweit. Rund 45.000 Beschäftigte seien in diesem Sektor tätig, davon viele auch bei den zahlreichen Zulieferfirmen, die meisten von ihnen hoch qualifiziert.

Um die eigenen Belange zu bündeln und die Luftfahrt- und Logistikindustrie voranzubringen, gebe es in Hamburg ein auch von der Politik gefördertes Aviation Cluster, wo gemeinsame Interessen zusammenfließen und praktische Umsetzungsstrategien entwickelt würden, betonten Eggenschwiler und Lawrenz.

Gesprächspartnern aus Dubai Clusterpolitik empfohlen

Diese Clusterpolitik, also das Bündeln von Interessen der in der Luftfahrt tätigen Unternehmen, empfahlen sie auch ihren Gesprächspartnern aus Dubai. Angesichts des dortigen Wachstums dieser Branche sei es zudem erforderlich, qualifiziertes Personal vor Ort auszubilden. „Von unseren in Dubai tätigen 70 Mitarbeitern stammten schon heute rund 50 Prozent aus dem örtlichen Arbeitsmarkt“, sagte Olaf Lawrenz. Eggenschwieler wies darauf hin, dass HAM Airport in Verbindung mit dem Aviation Cluster Trainings- und Ausbildungsprogramme für Bewerber in Dubai mit Rat und Tat unterstützen könne.

Als weitere Möglichkeit zeichnet sich ein personeller Austausch im Bereich Maintenance, Repair, Overhaul ab, also der Wartung und Instandhaltung von Flugzeugen. Dies führe zum Transfer von Know-how und ermögliche den Teilnehmern vertiefte Einblicke in die vielfältigen technischen Programme. Geschäftsführer Max Evers von der Hanse-Aerospace, in der rund 160 in der Metropolregion Hamburg angesiedelte klein- und mittelständische Zulieferbetreibe der Luftfahrtindustrie organisiert sind, betonte auch das Interesse seines Verbandes an einer engeren Kooperation mit Firmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Schlusswort von Olaf Lawrenz: „Am besten für eine künftig engere Zusammenarbeit ist es, wenn Emirates und die dortigen Airlines viele Airbus-Flugzeuge kaufen, vor allem die in Hamburg teilgefertigte A380.“

Von: Heiner Siegmund für airliners.de
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