Betrieb am Flughafen Lübeck geht vorerst weiter

02.10.2015 - 11:02 0 Kommentare

Über dem Lübecker Flughafen kreist mal wieder der Pleitegeier. Doch der Insolvenzverwalter verbreitet Optimismus. Es habe sich bereits ein neuer Interessent gemeldet, sagt er. Airport-Geschäftsführer Steppe ist vom chinesischen Eigner vor allem eins: enttäuscht.

Der Flughafen Lübeck. - © © dpa - Daniel Reinhardt

Der Flughafen Lübeck. © dpa /Daniel Reinhardt

Der Betrieb am Lübecker Flughafen Blankensee geht trotz des erneuten Insolvenzantrages zunächst weiter. Die Gehälter der 85 Mitarbeiter seien bis Ende November gesichert, bis dahin müsse ein tragfähiges Konzept für den Flughafen erarbeitet werden, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Pannen am Donnerstag. Er sehen aber gute Chancen, einen neuen Betreiber zu finden, sagte Pannen. Bereits am Donnerstag habe sich ein Interessent aus dem europäischen Ausland bei ihm gemeldet.

Der Geschäftsführer des Airports, Peter Steppe, hatte am Mittwoch beim Amtsgericht Lübeck Insolvenzantrag gestellt. Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air kündigte unterdessen an, weiterhin ab Lübeck fliegen zu wollen.

© Flughafen Lübeck, Lesen Sie auch: Wizz Air hält am Flughafen Lübeck fest

"Es kam kein Geld mehr aus China, deshalb musste ich die Reißleine ziehen", sagte Steppe. Bereits vor dem Insolvenzantrag hatte er den Verkauf des Firmensitzes der Puren Germany GmbH in Lauenburg in die Wege geleitet. Die Gesellschaft des chinesischen Geschäftsmannes Yongqiang Chen hatte den Flughafen am 1. August 2014 übernommen. Drei Monate zuvor hatte der Flughafen bereits einmal Insolvenz anmelden müssen, weil der damalige Eigner Mohamad Rady Amar, ein Geschäftsmann mit ägyptischen Wurzeln, untergetaucht war. Die Übertragung des Flughafens an Chen war der vierte Eigentümerwechsel innerhalb von neun Jahren.

Von Chen sei er enttäuscht, sagte Steppe. "Wir haben doch alles gemacht, was er von uns wollte und jetzt kommt plötzlich ohne Angabe von Gründen kein Geld mehr", sagte Steppe, der die Geschäftsführung des Airports erst am 1. Mai übernommen hatte.

Land will nicht in Flughafen investieren

Die schleswig-holsteinische Landesregierung schloss Landesmittel für den erneut in Schieflage geratenen Flughafen aus. "Wir haben klar gesagt, dass wir keine Investitionen am Flughafen tätigen werden", sagte Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) am Freitag.

Gleichwohl sei die Regierung bereit, bei Genehmigungsverfahren und Vermarktungsfragen zu helfen, sagte Meyer. "Aber wir werden kein zusätzliches Geld reingeben." Nach Ansicht des SPD-Politikers ist derzeit vor allem der vorläufige Insolvenzverwalter gefordert. "Ich hoffe, dass er sich um eine tragfähige Lösung bemüht. Dann werden wir sehen, was man tun kann für den Standort Lübeck."

Von: gk, dpa
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