Airbus könnte neuer Triebwerksärger drohen. Allerdings handelt es sich dabei diesmal nicht um die problematischen Neo-Antriebe von Hersteller Pratt & Whitney, sondern um die Motoren der A350-Reihe.
Auslöser für die Bedenken war ein Zwischenfall auf einem Iberia-Flug vor gut einer Woche. Während des Flugs von New York nach Madrid ist bei dem erst kürzlich in Dienst gestelltem Jet ein Triebwerk ausgefallen, berichtet die Nachrichtenagentur "Bloomberg".
Die Maschine musste in Boston notlanden. Verletzt wurde niemand. Jetzt werden die Gründe für den Zwischenfall untersucht. Rolls-Royce sagte zu "Bloomberg", dass man sich des Problems bewusst sei und in engem Kontakt mit der Fluggesellschaft stehe, um sie zu unterstützen.
Airbus setzt beim Antrieb ihrer neuesten Langstrecken-Jet-Reihe auf Trent-XWB-Motoren des Hersteller Rolls-Royce. Konkurrentin Boeing setzt bei ihrer 787-Serie ebenfalls auf Triebwerke des britischen Herstellers. Die verbauten Trent-1000-Motoren haben, in der Vergangenheit mit großen Problemen zu kämpfen gehabt.
"Dreamliner" mussten an Boden bleiben
So wurden an den Triebwerken der Trent-1000-C-Variante Haarrisse und Abnutzungserscheinungen an den Turbinenschaufeln festgestellt. Die C-Variante steht seitdem unter engmaschiger Kontrolle der Behörden. Vorsorglich werden auch an den seit 2012 ausgelieferten "Dreamliner"-Triebwerken der Trent-1000-C-Variante Inspektionen durchgeführt. Zwischenzeitlich mussten daher viele "Dreamliner" am Boden bleiben.
Laut dem Portal "Aerotelegraph" teilte Rolls-Royce weiter mit, dass die Trent-1000 Motoren des "Dreamliners" und die Trent-XWB-Antriebe der A350 nicht vergleichbar seien.
Rolls-Royce produziert die Triebwerke für den Langstreckenjet Airbus A350 auch im brandenburgischen Dahlewitz bei Berlin. Der Konzern hat vergangenen Sommer für eine neue Montagelinie insgesamt mehr als 100 Millionen Euro investiert. Pro Woche sollen in Dahlewitz zwei XWB-Antriebe fertiggestellt werden.
Qatar Airways größte Betreiberin
Derzeit sind 188 Maschinen der A350-900 Variante im weltweiten Einsatz. Größte betreibende ist Qatar Airways mit 29 Maschinen. Bei der Lufthansa sind aktuell elf Maschinen im Einsatz. Weitere vier werden bis kommenden Sommer zur Flotte stoßen. Darüber hinaus besteht laut der Sprecherin eine Option auf weitere zehn Maschinen.
| Ausgelieferte Flugzeuge | |
|---|---|
| Qatar Airways | 29 |
| Cathay Pacific | 22 |
| Singapore Airlines | 21 |
| China Airlines | 13 |
| Thai Airways | 12 |
| Vietnam Airlines | 11 |
| Delta Air Lines | 11 |
| Finnair | 11 |
| Lufthansa | 11 |
| Übrige Airlines | 38 |
Die Grafik zeigt die zehn Airlines mit den meisten A350-Jets im Einsatz. Bei den übrigen Airlines handelt es sich um 14 weitere Fluggesellschaften. Quelle: ch-Aviation