Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Wizz Air hat vergangene Woche wegen eines betrunkenen Randalierers einen ungeplanten Zwischenstopp in Stuttgart einlegen müssen. Der Mann muss nun mit erheblichen finanziellen Forderungen rechnen. Die Fluggesellschaft kündigte an, sämtliche dadurch entstandenen Kosten bei ihm geltend zu machen.
Dazu zählten nach Angaben von Wizz Air Treibstoffkosten, mögliche Kosten für die Unterbringung von Besatzung und Passagieren, Entschädigungen wegen Verspätungen sowie Bodenabfertigungskosten. "Im Durchschnitt belaufen sich diese auf 10.000 bis 20.000 Euro, können aber auch deutlich höher ausfallen", teilte die Airline mit. Mit Blick auf ihr juristisches Vorgehen sprach die Fluggesellschaft von einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Randalierern. Zunächst hatte der Südwestrundfunk über die Ankündigung berichtet.
Der Flieger war laut Polizei auf dem Weg von Paris in die bulgarische Hauptstadt Sofia gewesen und musste wegen des betrunkenen Mannes zwischenzeitlich in Stuttgart landen. Bereits während des Flugs hatten die Besatzung und mehrere Passagiere den Mann mit Kabelbindern fixiert. Nach der Landung stiegen mehrere Polizeibeamte über eine Feuertreppe in das Flugzeug und nahmen den 19-Jährigen unter Widerstand fest. Dabei soll er nach Polizeiangaben leichte Verletzungen erlitten haben. Ein Alkoholtest ergab rund 1,5 Promille. Er musste die Nacht in einer Polizeizelle verbringen.
Auch zwei Begleiter des 19-Jährigen hatten sich während des Flugs laut Polizei lautstark aufgeführt. Sie stiegen nach der Landung jedoch selbst und ohne Probleme aus dem Flugzeug, teilte ein Polizeisprecher mit. Durch den aggressiven 19-Jährigen wurde demnach keiner der 227 Passagiere und sieben Crewmitglieder verletzt.
Nach dem deutschen Luftsicherheitsgesetz darf der Pilot das Fesseln eines Passagiers anordnen, wenn dieser Menschen angreift oder Sachen beschädigt.