Der deutsche Energiekonzern Uniper hat sich strombasierten nachhaltigen Flugkraftstoff (eSAF) gesichert. Mit dem US-Unternehmen Arcadia eFuels einigte sich der Düsseldorfer Konzern auf die Abnahme von jährlich 40.000 Tonnen über mehr als zehn Jahre, wie beide Unternehmen am Mittwoch gemeinsam mitteilten. Es handle sich um eine der bislang größten angekündigten eSAF-Abnahmevereinbarungen.
Das vereinbarte Volumen entspreche dem Treibstoffbedarf von rund 1000 Flügen einer Boeing 787-9 zwischen Düsseldorf und Abu Dhabi pro Jahr, hieß es. Die Lieferungen sollen Anfang der 2030er-Jahre beginnen. Arcadia eFuels will den Kraftstoff in seinem Projekt Endor im dänischen Vordingborg herstellen. Die Anlage soll nach Unternehmensangaben eine Jahreskapazität von rund 80.000 Tonnen haben.
Die Vereinbarung schaffe die Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen europäischen eSAF-Markt, erklärte Uniper-Vorstandsvorsitzender Michael Lewis. Die zentrale Herausforderung bestehe nun darin, nachhaltige Flugkraftstoffe von vielversprechenden Projekten in den industriellen Maßstab zu überführen. "Für Uniper ist sie zudem ein wichtiger Schritt, um in einem Markt mit erheblichem Wachstumspotenzial eine starke Position aufzubauen."
Arcadia-eFuels-Vorstandsvorsitzende Amy Hebert sagte, eSAF sei nicht nur ein Kraftstoff der Zukunft, sondern bereits heute eine Antwort auf den Bedarf der Luftfahrt an einer breiter aufgestellten Versorgung. Die Vereinbarung bringe den Ausbau der Produktion innerhalb der EU deutlich näher.
EU schreibt wachsende Anteile vor
Hergestellt wird eSAF aus erneuerbarem Strom, nachhaltig erzeugtem Wasserstoff und Kohlendioxid. Im Vergleich zu konventionellem Flugkraftstoff ließen sich die Treibhausgasemissionen damit um bis zu 98 Prozent reduzieren, so die Unternehmen. Die Luftfahrt gilt als eine der Branchen, die sich am schwersten dekarbonisieren lassen.
Nach EU-Vorgaben muss ein immer größerer Anteil der auf EU-Flughäfen bereitgestellten Treibstoffe klimafreundlich sein. 2025 lag die SAF-Quote bei zwei Prozent, bis 2030 steigt sie auf sechs Prozent. Strombasierte Kraftstoffe müssen ab 2030 einen Anteil von 1,2 Prozent an der Gesamtmenge ausmachen, 2035 sind es fünf Prozent.