Zwei Stürme kurz hintereinander haben in Teilen Europas zur Streichung Hunderter Flüge geführt. Binnen 24 Stunden zogen die Sturmtiefs "Luise" und "Manja" über Europa, international tragen sie die Namen "Austen" und "Boelo". Am Flughafen Amsterdam-Schiphol, einem der meistgenutzten Flughäfen Europas, wurden 90 Verbindungen annulliert.
Davon waren insbesondere Flüge in europäische Städte wie Paris, Rom und Dublin betroffen. Außerdem konnten Dutzende Landungen nicht stattfinden oder erfolgten verspätet. Der Flughafenbetreiber gab "heftigen Wind" als Ursache für die Beeinträchtigungen an. Wie viele Flüge insgesamt betroffen waren, teilte er nicht mit.
Auch in Großbritannien war der Flugverkehr beeinträchtigt. In der nordirischen Hauptstadt Belfast wurden einige Flüge an den beiden Flughäfen der Stadt sowie Fährverbindungen nach Nordwestengland gestrichen. Einschränkungen im Flugverkehr gab es zudem in Nordengland und Schottland. Neben den Niederlanden war auch Belgien von den Stürmen betroffen.
Windböen von bis zu 135 Stundenkilometern
In Argyll and Bute im Westen Schottlands wurden laut dem britischen Wetterdienst Met Office Windböen von bis zu 135 Stundenkilometern gemessen. Das Met Office warnte, von "Boelo" gehe wegen umherfliegender Gegenstände und hoher Wellen Lebensgefahr aus. Die Menschen sollten daher möglichst drinnen bleiben.
Für Schottland und Nordengland galt die Regenwarnstufe gelb, örtlich wurden bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet. In Schottland führten umgestürzte Bäume, abgerissene Stromkabel und aufgerissener Boden zu Beeinträchtigungen im Straßen- und Bahnverkehr. Laut dem schottischen Bahnbetreiber wurden mehrere Strecken gesperrt.
Stromausfälle und Einschränkungen bei Bahn und Fähren
Die Stürme führten zudem in Großbritannien, Frankreich und Deutschland zu Stromausfällen in mehr als 150.000 Haushalten. In Deutschland war vor allem die Region um Freiburg im Breisgau betroffen.
Die Deutsche Bahn meldete am Sonntag Beeinträchtigungen aufgrund von "Unwetterauswirkungen" auf der Fernstrecke zwischen Münster und Recklinghausen. Der Fährverkehr zur Insel Helgoland wurde ausgesetzt.
Laut dem Deutschen Wetterdienst war am Sonntag an der Nordsee und in höheren Lagen weiter mit schwerem Sturm oder Orkan und Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern zu rechnen. In der Nacht sollte der Wind nachlassen, an den Küsten und im Bergland aber weiter anhalten.
