Kenya Airways will binnen weniger Wochen Details zu potenziellen neuen Investoren bekanntgeben. Das teilte Verwaltungsratsvorsitzender Kiprono Kittony vor Journalisten mit. Die verlustreiche Fluggesellschaft sucht frisches Kapital, um die Schuldenlast zu verringern, gegroundete Flugzeuge wieder in Dienst zu stellen und ihren Sanierungsplan zu finanzieren.
"Wir haben Interesse von lokalen und internationalen Investoren erhalten, die sowohl Kapital als auch weitere Ressourcen in Kenya Airways einbringen werden", sagte Kittony.
Kittony sagte dem kenianischen Sender "Citizen TV", die Airline habe Interesse von Investoren aus den Vereinigten Staaten, China, Südafrika und Singapur erhalten. Man werde jedoch ein transparentes Verfahren durchführen, weil das Unternehmen an der Börse von Nairobi notiert ist.
"Wir sind zuversichtlich, dass wir sowohl einen Partner für die Kapitalerhöhung als auch einen strategischen Partner aus der Luftfahrtbranche gewinnen werden", sagte Kittony.
Ein zentraler Teil des Sanierungsplans sei die Bereinigung der Bilanz, sagte Kittony. Dazu könne auch die Umwandlung von Kreditverbindlichkeiten gegenüber der kenianischen Regierung und einem Konsortium lokaler Banken in Eigenkapital gehören.
Die kenianische Regierung ist der größte Anteilseigner von Kenya Airways. "Es ist auch ein strategisches Gebot, dass Kenia keine maßgebliche Eigentumskontrolle über die Fluggesellschaft verliert, damit wir den Status als nationale Fluggesellschaft nicht verlieren", sagte Kittony.
Deutlich höherer Verlust im ersten Halbjahr
Kenya Airways verzeichnete im ersten Halbjahr einen Vorsteuerverlust von 15,92 Milliarden Schilling (rund 105 Millionen Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte der Verlust noch bei 12,17 Milliarden Schilling gelegen. Erst 2024 hatte die Fluggesellschaft den ersten Betriebsgewinn seit 2017 vermeldet.
Mitte August hatte die Fluggesellschaft bereits mitgeteilt, ihre Treibstoffkosten seien im ersten Halbjahr wegen des Nahost-Konflikts um 72 Prozent gestiegen. Treibstoff mache damit bis zur Hälfte der Gesamtkosten aus. Der Konflikt habe zudem die Auslieferung von Ersatzteilen und Wartungsdienstleistungen verzögert, hieß es.