Der alte Flughafen Schönefeld wird auch künftig nicht als Terminal T5 des Hauptstadtflughafens BER genutzt. Der Aufsichtsrat des Flughafens Berlin Brandenburg (FBB) beschloss am Freitag laut einer Mitteilung das endgültige Aus.
Laut den ursprünglichen Plänen sollte das Terminal T5 drohende Kapazitätsengpässe am BER kompensieren – nicht zuletzt durch die geringeren Passagierzahlen in Folge der Corona-Pandemie ist das aber nicht mehr nötig.
Der Betrieb in den Gebäuden war Anfang 2021 eingestellt worden – zunächst temporär, wie es hieß. Vor dem Hintergrund, dass die Konzentration des Flugverkehrs im Midfield für die Passagiere und die Partner am Flughafen die operativ beste und von allen favorisierte Konstellation sei, werde das Terminal 5 nicht wieder in Betrieb genommen, heißt es in einer Mitteilung.
Terminal 5 ist das Abfertigungsgebäude des früheren DDR-Zentralflughafens in Schönefeld. Es liegt recht weit vom Rest des BER entfernt – sowohl für Airlines als auch für Passagiere ist es damit kein attraktiver Standort. Darüber hinaus hätte das Terminal aufwendig saniert werden müssen.
Nachnutzung noch offen
Ob und wie das Gebäude künftig genutzt wird, blieb zunächst offen. Das Terminal war zuletzt als möglicher Standort für ein Ein- und Ausreisezentrum für Migranten am BER ins Gespräch gekommen, das Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) dort errichten will.
Die Pläne stehen unter anderem in der Kritik, weil bereits ein Bauauftrag an einen privaten Investor vergeben wurde – ohne Ausschreibung. Kritiker befürchten zudem, dass letztlich ein Abschiebezentrum am BER entsteht.
Von Massenbach im Amt bestätigt
Chefin des BER bleibt in den kommenden Jahren Aletta von Massenbach; der FBB-Aufsichtsrat verlängerte ihren Vertrag. Von Massenbach kam im September 2020 als Kaufmännische Geschäftsführerin zum Flughafen und ist seit Oktober 2021 Vorsitzende der Geschäftsführung.
Der Flughafen geht für 2023 von einem Passagierwachstum auf rund 26 Millionen Passagieren im Jahr und einem Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 142 Millionen Euro aus.