Norse Atlantic Airways hat einen formellen Prozess für einen möglichen Verkauf, eine Fusion oder eine Partnerschaft eingeleitet, wie die Fluggesellschaft mitteilte. Das Interesse potenzieller Parteien sei groß, hieß es seitens der Airline.
Im Mai hatte "Bloomberg" unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass Norse Atlantic JP Morgan mit der Leitung eines Verkaufsprozesses beauftragt habe.
Hintergrund ist eine angespannte Finanzlage: Im April hatte Norse Atlantic eine mit einem Abschlag versehene Kapitalerhöhung über 110 Millionen Dollar (rund 95 Millionen Euro) angekündigt, die Jahresprognose zurückgezogen und einen möglichen Verkauf in Betracht gezogen. Die Aktie verlor daraufhin mehr als die Hälfte ihres Wertes.
Zudem kündigte Indigo an, ihre Leasingpartnerschaft mit Norse Atlantic wegen geopolitischer Herausforderungen zu beenden und alle sechs gemieteten Boeing 787 zurückzugeben.
Norse Atlantic sieht darin nach eigenen Angaben neue strategische Möglichkeiten. Das Unternehmen führt bereits Gespräche mit mehreren Airlines über die ACMI-Vermietung von bis zu fünf der zurückgegebenen Maschinen – also inklusive Besatzung, Wartung und Versicherung.
Einen Teil der Flotte will Norse Atlantic auf profitablen Winterrouten einsetzen, darunter Verbindungen von Europa nach Orlando und New York.