Die niederländische Regierung lässt ihr Regierungsflugzeug auf absehbare Zeit weiter von KLM betreiben. Gespräche mit Corendon Dutch Airlines und der niederländischen Tuifly über eine Übernahme des Betriebs der Boeing 737-700 BBJ mit dem Kennzeichen PH-GOV lehnt sie ab, wie "CH-Aviation" berichtete
Der niederländische Minister für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Vincent Karremans, begründete die Entscheidung Anfang Oktober in schriftlichen Antworten an das Parlament mit strengeren Anforderungen an Sicherheit und Betrieb bei Flügen für Regierungsmitglieder und das Königshaus.
Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage seien die Vorgaben für den Betrieb des Regierungsflugzeugs zuletzt noch einmal angezogen worden, erklärte er.
Nach Darstellung des Ministers betreffen die zusätzlichen Vorgaben nicht die europäischen Flugsicherheitsvorschriften, sondern den Schutz der Regierungsflüge vor gezielten Eingriffen. Welche Anforderungen im Einzelnen gelten, will die Regierung nicht öffentlich machen. Einen Anlass, mit Corendon oder Tuifly zu erörtern, ob die beiden Airlines ihren Flugbetrieb entsprechend anpassen könnten, sieht sie nicht.
Regierungsjet soll später verkauft werden
KLM soll das rund achteinhalb Jahre alte Flugzeug mindestens drei weitere Jahre betreiben. Danach will die Regierung den Jet verkaufen. Welchen Erlös sie dabei erzielt, hängt nach ihren Angaben von der Marktlage ab. Was ein Nachfolgemodell kosten soll, nennt sie mit Verweis auf laufende Verhandlungen nicht.
KLM hatte bereits im Juni gegenüber "CH-Aviation" angekündigt, die Maschine trotz der schrittweisen Ausflottung ihrer Boeing-737-Flotte bis Juli 2029 weiter zu betreiben und zu warten.
Daraufhin hatten Corendon und Tuifly angeboten, den Betrieb des Flugzeugs zu übernehmen. Das Ministerium hat nun bestätigt, dass die Wahl auf KLM gefallen ist.
