Flugbegleiter der Lufthansa sollen mit einer Prämie von 200 Euro pro Tag belohnt werden, wenn sie freiwillig an ihren Ruhetagen arbeiten. Das Unternehmen steht vor Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihres ambitionierten Flugplans. Darüber berichtet "Paddle Your Own Kanoo".
Ursprünglich hatte Lufthansa den Plan, für die Sommersaison zusätzliche Leiharbeitskräfte einzustellen – hat diesen jedoch verworfen. Diese wurden in der Vergangenheit häufig herangezogen, um die steigenden Anforderungen zu erfüllen. Nun soll der Kranich jedoch festgestellt haben, dass er nicht genug Crew-Mitglieder zur Verfügung hat, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.
Da die Zeit knapp wird und die Einstellung von zusätzlichem Personal nicht schnell genug voranschreitet, setzt der deutsche Flag-Carrier jetzt auf finanzielle Anreize. Diese sollen die Flugbegleiter dazu bewegen, an ihren freien Tagen zu arbeiten und geplante Ruhezeiten zu opfern. Die Idee dahinter ist, dass die Flugbegleiter ihren Urlaub auf die Zeit nach dem Sommer verschieben.
Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo äußerte sich nicht überrascht über die Anfrage von Lufthansa, freiwillige Maßnahmen zur Stützung des Sommerflugplans zu verhandeln. In einer Stellungnahme warnte die Gewerkschaft jedoch, dass die Probleme ihrer Mitglieder weiterhin "greifbar" seien – und das, wenngleich sich die chaotischen Szene des letzten Sommers bisher nicht wiederholt hätten.
Weitere Prämien geplant
Über die 200-Euro-Prämie für den Ruhetag hinaus haben Flugbegleiter die Möglichkeit, zusätzlich 250 Euro pro Tag zu verdienen, wenn sie sich freiwillig zur Arbeit melden. Dies würde jedoch bedeuten, dass sie die Mindestanzahl an freien Tagen pro Monat unterschreiten.
Daher will die Lufthansa jedem Crew-Mitglied 100 Euro zahlen, falls die vereinbarte Mindestanzahl an Flugbegleitern auf einem Flug nicht erreicht wird. Insbesondere auf Langstreckenflügen setzen Fluggesellschaften in der Regel mehr Flugbegleiter ein, als von den Behörden vorgeschrieben. Für Flugbegleiter, die als Purser auf Langstreckenflügen einspringen müssen, weil Lufthansa derzeit nicht genügend ausgebildete Purser hat, gibt es zusätzlich 100 Euro.
Lufthansa-Chef Carsten Spohr würdigte in der vergangenen Woche die harte Arbeit der Mitarbeiter der Airline. Er betonte, dass diese maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen haben. Dank ihres Einsatzes konnte ein Wiederholen der chaotischen Zustände des letzten Sommers verhindert werden. Im zweiten Quartal verzeichnete Lufthansa einen Umsatz von 9,4 Milliarden Euro und erreichte somit ein finanziell erfolgreiches Ergebnis.
Der Kranich verzeichnet bisher noch keine Abnahme der Reisenachfrage. Die Ticketverkäufe von August bis Dezember liegen auf mehr als 90 Prozent des Niveaus vor der Pandemie. Obwohl die Kapazität noch unter dem Niveau von 2019 liegt, hofft das Unternehmen, in den nächsten Monaten 88 Prozent der Kapazität vor der Pandemie zu erreichen.