Die Lufthansa feiert 2026 das 100. Jahr ihrer Gründung und blickt dabei auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Die Geschichte der Kranich-Linie sei geprägt von "Herausforderungen, Unterbrechungen und Neuanfängen", hebt der Konzern zum Jubiläum hervor. Der runde Geburtstag soll "eine Würdigung des Pioniergeistes, der Innovation und der Verbindung von Menschen, Kulturen und Volkswirtschaften" sein. Doch auch das "dunkelste Kapitel" seiner Geschichte will der Konzern nicht aussparen.
Gegründet wird die damalige "Luft Hansa" am 6. Januar 1926 aus dem Zusammenschluss von Junkers Luftverkehr und Deutscher Aero Lloyd. Bereits am 6. April desselben Jahres findet der Erstflug statt. Bald darauf nehmen von Berlin-Tempelhof aus zunächst 162 Flugzeuge der neuen Fluggesellschaft den Linienverkehr auf, schon damals mit dem ikonischen Kranich am Leitwerk.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 allerdings wird das Unternehmen "Teil des Regimes" und übernimmt in diesem "eine aktive Rolle", wie der Konzern selbst schreibt. Das diesjährige Jubiläum soll demnach auch Anlass sein, die Verantwortung der Lufthansa im Nationalsozialismus, die während der NS-Diktatur unter anderem von Zwangsarbeit profitierte, "kritisch zu beleuchten und auf Basis historischer Forschung weiter aufzuarbeiten".
Neugründung nach Kriegsende
Nach dem Niedergang der ersten Lufthansa, die 1945 aufgelöst wird, läutet die Neugründung im Jahr 1953 ein neues Kapitel ein und schafft das rechtliche Fundament der heutigen Lufthansa. Damals habe es erneut "großen Pioniergeist" gebraucht, um nach Kriegsende den Neustart zu wagen, würdigt die Lufthansa diesen Neuanfang. 1955 erfolgt die Wiederaufnahme des Flugbetriebs.
Heute beschäftigt die Lufthansa 40.000 Menschen aus 122 Nationen. Für den gesamten Konzern, zu dem inzwischen unter anderem auch Airlines wie Swiss oder Austrian Airlines zählen, arbeiten 100.000 Menschen aus mehr als 160 Ländern.
Ereignisreiche Zeiten stellen den Konzern indes immer wieder vor neue Herausforderungen: So bricht etwa während der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 die Passagierzahl um 99 Prozent ein, während die Kosten weiter laufen. Eine Million Euro verliert das Unternehmen damals dadurch pro Stunde.
Inzwischen verbucht die Lufthansa längst wieder einen Anstieg der Passagierzahlen. Im Jahr 2024 erzielt der Konzern einen Rekordumsatz von 37,6 Milliarden Euro. Der Gewinn allerdings wurde durch gestiegene Kosten und Streiks geschmälert.
Jubiläumsflotte startet in den Liniendienst
Im Jubiläumsjahr will die Lufthansa mit einer Vielzahl von Aktivitäten und Veranstaltungen "die Geschichte und die Zukunft" des Konzerns würdigen. Das Jubiläum wird unter dem Motto "We are the Journey" gefeiert.
Geplant sind eine Ausstellung im Hangar One, ein Geschichtsbuch, Filme, Mitarbeiter- und Kunden-Events sowie Marketing-Aktionen. Das Jubiläumssignet wird auf Bordkarten, an Flughäfen und an Bord sichtbar sein, eine Poster-Kampagne soll die Geschichte in Innenstädten erzählen.
Darüber hinaus soll eine Jubiläumsflotte mit Sonderlackierungen abheben. Sechs Flugzeuge erhalten eine neue 100-Jahre-Sonderlackierung: ein Airbus A380, ein Airbus A350-1000, ein Airbus A350-900, ein Airbus A320, eine Boeing 747-8 sowie eine Boeing 787-9. Letztere mit dem Taufnamen "Berlin" und der Kennung D-ABPU wurde kurz vor Weihnachten aus dem Boeing-Werk in Washington nach Frankfurt überführt und wird in Kürze in den Liniendienst gehen. Zusätzlich sind zwei Retro-Lackierungen geplant.
Der ikonische Kranich, der bereits 1918 von Otto Firle entworfen wurde, bleibt das globale Symbol der Lufthansa.