Die Lufthansa hat ihre Tankering-Vorgaben für Verbindungen nach Frankfurt aufgehoben. Wie eine Sprecherin der Airline gegenüber "Aero.de" sagte, endete das Tankering für das Drehkreuz bereits in der vergangenen Woche. Die Lage habe sich, wie vom Unternehmen erwartet, wieder entspannt.
Mitte Oktober hatte der Konzern seine Piloten aufgefordert, auf dem Weg nach Frankfurt mehr Kerosin als üblich zu tanken. Damit sollten die Vorräte am Drehkreuz geschont werden. Die Lufthansa bezeichnete den Schritt damals als reine Vorsichtsmaßnahme.
Nach Einschätzung des Flughafenbetreibers Fraport war die Betriebsfähigkeit des Frankfurter Flughafens während der gesamten Phase nicht eingeschränkt.
Niedrigwasser und Pipeline-Wartung trafen zusammen
Ursache der angespannten Lage waren zwei zeitgleiche Einschränkungen. Den Großteil seines Kerosins bezieht der Flughafen über das sogenannte Main-Terminal. Wegen des niedrigen Rheinpegels konnten Tankschiffe dort zuletzt nur verringerte Mengen löschen. Gleichzeitig fiel eine zweite Versorgungsroute aus, weil an einer Pipeline gewartet wurde.
Am Flughafen selbst lagern Reserven, die für bis zu 14 Tage Flugbetrieb reichen. Im Norden des Geländes kann die Hydranten-Betriebs OHG (HBG), ein Gemeinschaftsunternehmen der großen Kerosinlieferanten in Frankfurt, bis zu 186.000 Kubikmeter Flugtreibstoff vorhalten.
Konkrete Füllstände gelten als Geschäftsgeheimnis und werden nicht veröffentlicht. Der Mineralölkonzern BP lehnte mit Verweis auf den Wettbewerb eine Aussage zu Versorgungskapazitäten ab. Ein BP-Sprecher sagte, das Unternehmen prüfe laufend die Versorgungslage und mögliche Optionen, um seine Kunden weiterhin zuverlässig mit Kerosin zu beliefern.
