Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne hat seinen Anteil an der Fluggesellschaft auf mehr als 20 Prozent aufgestockt. Das teilte Lufthansa am Montag in einer Stimmrechtsmitteilung mit.
Kühne hatte sich in der Vergangenheit offen gezeigt, seine Beteiligung zu erhöhen – betonte dabei jedoch stets, keine Kontrolle als Mehrheitsaktionär ausüben zu wollen.
Die Aufstockung fällt in ein turbulentes Umfeld: Am Dienstag lädt die Airline-Gruppe anlässlich des 100. Jubiläums ihrer Firmengründung zur Präsenz-Hauptversammlung nach Frankfurt ein – erstmals seit 2019 treffen sich Aktionäre und Management wieder persönlich in der Frankfurter Messe. Die Feierlaune unter den Investoren ist trotz vergleichsweise positiver Quartalszahlen gedämpft. Eine Serie von Streiks bei der Kernmarke Lufthansa sowie die Folgen des Iran-Krieges auf den Luftverkehr haben Sorgen vor einer neuen Krise ausgelöst.
Auf dem Programm stehen unter anderem Neuwahlen für den Aufsichtsrat. Neben der geplanten Wiederwahl von Karl Gernandt, der die Holding von Klaus-Michael Kühne vertritt, stellen sich erstmals Bayer-Finanzchef Wolfgang Nickl und Ex-Eon-Chef Johannes Teyssen dem Votum der Aktionäre. Teyssen soll im Anschluss an die Versammlung in der konstituierenden Sitzung des neuen Aufsichtsrats zum Vorsitzenden gewählt werden – als Nachfolger von Karl-Ludwig Kley. Diese Entscheidung treffen nicht die Anteilseigner, sondern der Aufsichtsrat selbst.
Ertragsschwach trotz Rekordumsatz
Vorstandschef Carsten Spohr muss den Eigentümern erklären, warum 2025 trotz eines Rekordumsatzes von 39,6 Milliarden Euro nur 1,34 Milliarden Euro Gewinn hängengeblieben sind. Die British-Airways-Mutter IAG, aber auch Air France/KLM waren deutlich profitabler unterwegs. Immerhin soll die Dividende für die Aktionäre des MDax-Unternehmens um zehn Prozent auf 33 Cent je Aktie steigen.
In einer vorab verbreiteten Rede äußert sich Henrik Pontzen von der genossenschaftlichen Union Investment besorgt über die Krisenfestigkeit des Konzerns – insbesondere wenn die Golf-Airlines ins Geschäft zurückkehren und teures Kerosin die Preise treibt.
Er stärkt dem Management im streikbelasteten Tarifkonflikt mit den Crews zwar den Rücken, verlangt aber gleichzeitig eine Abkehr von der Strategie, die hohen Tariflöhne bei der Kerngesellschaft Lufthansa mit neuen Tochtergesellschaften zu umgehen. "Das schafft nur neue, teure Doppelstrukturen und zerstört das Vertrauen", erklärt der Bank-Manager.
Ihre Sicht der Dinge wollen Flugbegleiter der Kabinengewerkschaft Ufo bei einer Kundgebung vor dem Veranstaltungslokal mit den Aktionären teilen.