Finnair hat ihre Pilotenausbildung und ihren Flugbetrieb an die täglichen GPS-Störungen im Ostseeraum angepasst.
"Unsere Piloten sind dafür ausgebildet, in einem Luftraum zu fliegen, in dem wir mit GPS-Störungen konfrontiert sind, denn das ist ein tägliches Problem", sagte Finnair-Chef Turkka Kuusisto am Donnerstag in einem Interview mit Reuters. Moderne Flugzeuge könnten mithilfe mehrerer Ersatz-Navigationssysteme weiterhin sicher betrieben werden.
Kuusisto sagte, das Ausmaß der Störungen habe seit dem russischen Überfall auf die Ukraine deutlich zugenommen, vor allem über der Ostsee. Die Verfahren der Airline stoßen nach Angaben von Kuusisto auch bei Fluggesellschaften außerhalb Europas auf Interesse.
"Airlines, die in Europa nicht so aktiv sind, die haben das in Nordamerika oder Australien nicht", sagte Kuusisto. "Sie sind in gewissem Maße etwas überrascht, dass es eine tägliche Belastung ist, aber wenn sie erfahren, dass wir trotzdem fliegen können und unsere Piloten ausgebildet sind, sind sie tatsächlich ziemlich interessiert."
Störungen an Polens Küste an den meisten Sommertagen
Die Störungen im Ostseeraum haben sich in diesem Jahr deutlich verstärkt. Das polnische Kommunikationsinstitut teilte im August mit, GPS- und andere Satellitennavigationssignale entlang der polnischen Ostseeküste seien im Sommer an den meisten Tagen gestört gewesen.
Die Finnair hatte 2024 ihre Flüge ins ostestnische Tartu für rund einen Monat aussetzen müssen. GPS-Störungen in der Region hatten damals sichere Anflüge ihrer Flugzeuge verhindert.
Europäische Airlines, die nahe der Nato-Ostflanke fliegen, stehen vor wachsenden sicherheitspolitischen Herausforderungen, während der Krieg in der Ukraine in sein fünftes Jahr geht. Die Finnair überfliegt Russland und Belarus nicht mehr. Durch die Umleitung ihrer Flüge ist sie stärker im Ostseeraum unterwegs, der sich zu einem Brennpunkt elektronischer Kriegsführung entwickelt hat.