Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat neue Sicherheitsauflagen für den San Francisco International Airport verhängt, die zu erheblichen Verzögerungen im Flugbetrieb führen werden. Die Maßnahmen traten am Dienstag in Kraft.
Konkret untersagt die FAA künftig parallele Seite-an-Seite-Landeanflüge auf die ost-westlich ausgerichteten Parallelbahnen des Flughafens – auch bei klarer Sicht. Stattdessen sind gestaffelte Anflüge vorgeschrieben, bei denen ein Flugzeug versetzt zum anderen auf der Parallelbahn geführt wird. Bisher waren solche simultanen Anflüge nur bei schlechtem Wetter untersagt.
Hinzu kommt ein laufendes Sanierungsprojekt. Die beiden nord-südlich verlaufenden Start- und Landebahnen werden für rund sechs Monate außer Betrieb genommen, um die Belagsflächen zu erneuern.
Kapazität sinkt um ein Drittel
Beide Maßnahmen zusammen reduzieren die maximale Kapazität des Flughafens von 54 auf 36 Bewegungen pro Stunde – ein Rückgang von einem Drittel. Die FAA erklärte, die Beschränkungen für parallele Anflüge auch nach Abschluss der Sanierungsarbeiten beizubehalten. Gleichzeitig prüft die Behörde Möglichkeiten, die Anflugrate langfristig wieder sicher zu erhöhen.
Die neuen Auflagen stehen im Zusammenhang mit einer Serie von Sicherheitsvorfällen. Anfang dieses Monats hatte die FAA bereits strengere Regeln für den Hubschrauberbetrieb angekündigt und die Anwendung visueller Staffelung zwischen Flugzeugen und Hubschraubern in der Nähe großer Flughäfen ausgesetzt.
Auslöser für die verschärfte Sicherheitspolitik der Behörde ist unter anderem die Kollision einer Regionalmaschine von American Airlines mit einem Militärhubschrauber im Januar 2025 nahe dem Flughafen Washington, bei der 67 Menschen ums Leben kamen. Zudem verwies die FAA auf einen Beinahe-Zusammenstoß zwischen einem American-Airlines-Flugzeug und einem Polizeihubschrauber in der Nähe des Flughafens San Antonio.
Der San Francisco International Airport ist der 13. verkehrsreichste Flughafen der Vereinigten Staaten. United Airlines wickelt dort rund die Hälfte des Passagieraufkommens ab, Alaska Airlines folgt mit einem Anteil von etwa zehn Prozent.