Easyjet hat auch das vierte und nachgebesserte Übernahmeangebot des US-Finanzinvestors Castlelake einstimmig abgelehnt. Die neue Offerte in Höhe von 4,93 Milliarden Pfund (rund 5,7 Milliarden Euro) bewertet das Unternehmen nach Ansicht des Vorstands weiterhin "substanziell" zu niedrig.
Gleichzeitig kündigte die Airline an, Castlelake begrenzten Zugang zu vertraulichen Geschäftsinformationen zu gewähren – in der Hoffnung, einen "attraktiveren Vorschlag" zu erhalten. Die Easyjet-Aktie legte nach der Ankündigung um knapp sechs Prozent auf 5,70 Pfund zu.
Das neue Angebot lag mit 6,50 Pfund je Aktie über der vorherigen Offerte von 6,25 Pfund. Laut Bericht der "Financial Times" peilen Easyjet-Aktionäre jedoch einen Preis von rund sieben Pfund je Aktie an.
Castlelake erklärte, man hoffe, das Angebot nach Einsicht in die Unternehmensdaten weiter verbessern zu können. Die britischen Übernahmeregeln sehen nun eine verlängerte Frist bis zum 5. Juli für ein verbindliches Angebot vor.
Analysten interpretierten den Datenzugang als deutliches Signal. "Die Vorzeichen haben sich definitiv geändert", sagte Dudley Shanley von Goodbody Stockbrokers. Easyjet befinde sich nun praktisch in Verhandlungen mit Castlelake, was bedeute, dass das Unternehmen zum richtigen Preis zum Verkauf stehe. Der Preis sei dabei wichtiger als die Frage, wer tatsächlich kaufe, ergänzte Shanley.
Eigentümerstruktur als Knackpunkt
Analysten hatten zuvor infrage gestellt, ob Castlelake eine Transaktionsstruktur finden kann, die sowohl den EU-Eigentumsregeln – wonach Carrier mehrheitlich im Besitz von EU-Bürgern sein müssen – als auch den Renditeerwartungen der Aktionäre gerecht wird.
Castlelake gab bekannt, dass der New Yorker Vermögensverwalter Brookfield Asset Management als weiterer Bieter in das Konsortium aufgenommen wurde. Neben Brookfield gehören dem Bieterkonsortium bereits der frühere Malaysia-Airlines-Chef Peter Bellew sowie der Branchenmanager Mark Breen an.
Dem vorgeschlagenen Eigentümermodell zufolge würde das Bietervehikel zu 49 Prozent Castlelake und seinen Co-Investoren einschließlich Brookfield gehören. Die verbleibenden 51 Prozent entfielen auf die EU-Staatsbürger Bellew und Breen.
Easyjet, das im Wettbewerb mit anderen Billigfliegern wie Ryanair steht, hatte vergangenen Monat gewarnt, dass die Jahresprognose angesichts gestiegener Treibstoffkosten infolge des Iran-Konflikts und hinter dem Vorjahr zurückbleibender Sommerbuchungen weiterhin unsicher sei.